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Premananda, ein 60jähriger spiritueller Lehrer aus England, reist ständig durch Europa. Er sieht sich selbst als Bote für die alte Weisheit, die er durch seine Indischen Meister Osho, Papaji und Ramana Maharshi sowie durch seine Jahre in Japan kennen gelernt hat. Er tauchte damals tief ein in die Kultur des Ostens. Er lebt momentan in der Open Sky Satsang Community in Deutschland. Dieses Interview wurde von sechs seiner engsten Schüler im November 2005 geführt. Was bedeutet Still Sein? Durch eine Technik wie Zazen oder Vipassana kommst du zu Stille oder Frieden. Ich behaupte aber, dass du ohne irgendeine Technik einfach Still Sein kannst. Wenn du deine Augen schließt und Still Bist, wirst du dir vieler Gedanken und Gefühle bewusst. Nach einiger Zeit bemerkst du Lücken zwischen den Gedanken, kurze Momente der Stille. Wenn du dich auf diese Lücken konzentrierst, sind die Gedanken und Gefühle weit weg, und du wirst dir eines riesigen, ausgedehnten Raumes im Innern bewusst, ohne Grenzen. Still Sein hat die Kraft, dich zu deiner Wahren Natur zu bringen, indem du absolut nichts tust. Wenn du länger in diesem Still Sein bleibst, findest du plötzlich ein großartiges Gefühl von Einssein und Liebe, die einfach da sind, überwältigend präsent. Still Sein ist keine Übung. Es ist nur ein Wegweiser, der dich zu deiner Wahren Natur führt. Deine Wahre Natur ist immer präsent. Wir verlieren sie aus den Augen, weil wir so beschäftigt sind mit dem konditionierten Mind und all den aufregenden Filmen, die er uns bietet. Kannst du mir einen Rat geben, wie ich Stille in mein Leben bringe? Wenn du ein absoluter Anfänger bist, dann ist wahrscheinlich der erste Schritt eine spirituelle Praxis, die deinen Mind beruhigt; So etwas wie Meditation, Atemarbeit oder Mantrasingen. Wenn du diesen ruhigen Mind erreicht hast, dann kommt ganz von selbst eine größere Sehnsucht in dir auf, die Stille kennen zu lernen. Selbsterforschung kann dir helfen, in diese Stille zu kommen. Während du durch dein tägliches Leben gehst, was auch immer du denkst oder tust, frage einfach: In wem steigen diese Gedanken auf oder Wer tut das? Die Antwort ist natürlich Ich. Dann frage: Wer ist dieses Ich, wer bin ich? Diese zweite Frage (intellektuelle Antworten helfen nicht) bringt dich zurück nach innen zur Quelle, und die Quelle ist Stille. Selbsterforschung ist eine ständige Erinnerung daran, dass du dich von deinen Gedanken und Dramen lösen kannst und zurück zur Quelle dessen gelangen kannst, nämlich der Stille. Gibt es eine bestimmte Premananda-Lehre? Ich sehe da keine besondere Premananda-Lehre. Die Dinge, die in den Satsangs gesagt werden, sind eher als Botschaft zu verstehen. Seit zwanzig Jahren habe ich eine starke Verbindung mit Ramana Maharshi. Ich habe fünfzehn Jahre mit Osho und fünf Jahre mit Papaji verbracht. Diese drei Menschen waren Boten der alten Indischen Weisheit, und jetzt sehe ich mich selbst als Bote dieser Weisheit, wenn ich durch Europa reise. Natürlich habe ich meine eigene einzigartige Weise zu erklären und den Kanal für diese Botschaft zu kreieren. Etwas Einzigartiges an Premananda ist, dass ich eine Anzahl von verschiedenen Intensivwochenenden entwickelt habe, die eine Gelegenheit bieten, sich verschiedene Aspekte der Reise anzusehen. Kannst du erklären, wie Menschen sich selbst sabotieren? Ich habe viele Meetings gegeben und bin wahrscheinlich tausenden von Menschen in Europa begegnet. Sehr oft kommen Leute voller Entusiasmus und sehr offen zu ein oder zwei Meetings. Und vielleicht bekommen sie einige Informationen oder neues Wissen dazu, und sie haben das Gefühl, dass es für sie reicht. Vielleicht haben sie auch Urteile über den Lehrer oder sind gar nicht so an dem Thema selbst interessiert. Andere lassen sich mehr auf die Arbeit ein und werden durch den Kontakt mit dem Lehrer tiefer berührt. Wenn diese Leute sich einem tiefen Verstehen, dem Erwachen, nähern, passiert es sehr oft, dass man sie dann nicht mehr sieht. Wenn du dem Erwachen sehr nahe kommst, dann bist du damit konfrontiert, dass alles, was du glaubtest zu sein, einfach nicht wahr ist. Wenn du anfängst, diese Illusion zu sehen und zu verstehen, dann beginnst du auch zu sehen, dass das eine Art Tod ist. Da ist eine Angst: wenn du wirklich tief loslassen würdest, würde sich vieles verändern; Du würdest alles verlieren, was du für dich selbst hältst, oder alles was im Außen ist. Da ist die Vorstellung, dass du vielleicht nicht in der Lage sein wirst, deine Wohnung, deinen Job und deine Familie zu behalten. Diese tiefe Angst ist ein natürlicher Teil des konditionierten Mind. Wenn man also diese Angst hat, ist das auch ein Zeichen, dass die Person dem wahren Verstehen nahe gekommen ist. Menschen gehen oft von Satsang zu Satsang, ohne sich je auf einen Meister einzulassen oder sich ihm hinzugeben. Ich würde vorschlagen, sich absolut einem Meister hinzugeben. Wenn es dich interessiert, dann geh und sitze auch in anderen Satsangs und genieße die Unterstützung, die sie dir geben, aber mache deine hauptsächliche spirituelle Arbeit mit demjenigen, der ganz natürlich in dein Leben kam als dein Meister. Stelle dich dem, was es bedeutet, dich diesem einen Meister hinzugeben und gehe wirklich tief mit ihm. Das, was tiefes Verstehen verhindert, ist eine Anhaftung an eine Geschichte, die nur jemand im Außen widerspiegeln kann. Deshalb ist es sehr wichtig, eine genügend tiefe Verbindung mit einem Meister zu haben, so dass er dir widerspiegelt, was ein klares Verstehen für dich verschleiert. Was bedeutet Erwachen? Ich benutze das Wort Erwachen für einen Aha-Moment, und in diesem Aha- Moment siehst du ohne jeden Zweifel, dass du niemals die Geschichte warst, Mein Leben. Du siehst, dass diese Geschichte, Mein Leben, tatsächlich eine völlige Illusion war, die im konditionierten Mind erschaffen wurde und keine Realität hat. Normalerweise geschieht das sehr plötzlich und unerwartet. Da ist dieser Einblick, Aha! Und in dem Moment fällt die ganze Illusion einfach in sich zusammen, und du findest dich einfach in der Stille, im Nichts, im No- Mind, im Selbst wieder. Ich würde so einen Moment ein Erwachen nennen. Es ist ein Erwachen aus der Illusion. Was geschieht nach dem Erwachen? Das ist sehr individuell. Man könnte sagen, dass es oft nach diesem Aha- Moment eine Art heiße energetische Phase von ein paar Stunden, Tagen, vielleicht Monaten gibt. Manche Menschen können einfach nicht sehr gut funktionieren während dieser Zeit. Sie möchten gerne still sein und allein. Normalerweise ist diese heiße Phase innerlich sehr ekstatisch. Es kann innen etwas ganz ander es passieren als es von außen scheint. Dann wird alles kühler und gewöhnlicher. Man könnte sogar sagen, dass es sehr gewöhnlich wird. Aber es gibt einen großen Unterschied, denn obwohl jetzt alles irgendwie gewöhnlich ist- Bäume sehen immer noch aus wie Bäume, Autos sehen immer noch aus wie Autos- scheint plötzlich doch alles ein Bisschen weiter weg zu sein. Nichts ist mehr so nahe. Du bist nur der Beobachter eines Filmes und der Film berührt dich nicht mehr wirklich; du fühlst dich mit den Geschichten nicht verbunden. Nach dieser ersten heißen Phase, wo vielleicht für einige Zeit absolut kein Mind ist, wird es kühler. Dann kommen ein paar vertraute alte Strukturen zurück, aber mit einer Distanz, so dass du nicht so daran angehaftet bist. Du wirst dir dieser Strukturen bewusst, nicht als meine Strukturen, sondern einfach als Strukturen (Vasanas auf Sanskrit). Anscheinend geht einfach durch die Bewusstheit über die Strukturen der Biss verloren und sie verschwinden. Zwischen dem Erwachen und der Freiheit gibt es eine Bewegung. Ich würde Erwachen als einen Moment des Verstehens definieren, dass man nicht diese Geschichte, Mein Leben, ist, dass sie immer nur eine Illusion war, und Freiheit als einen Moment, in dem diese Strukturen sich wirklich beruhigt haben und zum größten Teil verschwunden sind. Dann ist Freiheit Dasein in der Gegenwart, von einem Moment zum Nächsten. Du bist frei von diesen alten Strukturen, die nur eine Konditionierung sind. Du lebst einfach in der riesigen Weite der Stille und das Leben entfaltet sich. Das bedeutet nicht, dass jeder Augenblick voller Glückseligkeit ist. Es bedeutet, dass du einfach da bist, präsent, und dich mit dem Leben beschäftigst, wenn du ihm gegenüber stehst, wenn du ihm begegnest. Can I still function in the world after Awakening? In der heißen Phase und als direkte Nachwirkung eines Erwachens kann es passieren, dass du nicht funktionieren kannst. Aber sehr schnell ändert sich das, und du kannst sehr gut funktionieren, sogar besser, weil du nicht mehr diese Last von alten Geschichten mit dir herumträgst, und weil du jedem Moment frisch, spontan und offen begegnest. Also gibt es überhaupt kein Problem, in der Welt zu funktionieren, aber vielleicht willst du gar nicht mehr so sehr in der Welt funktionieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es nach dem Erwachen Veränderungen gibt, sogar große Veränderungen in deiner Lebensweise, weil da weniger Interesse an Beziehungen ist oder daran, in einer Situation zu arbeiten, die du nie wirklich mochtest. Also lässt du das los, und etwas anderes passiert. Kann man Erwachen und trotzdem eine Freundin haben? Can you Awaken with a girlfriend? Also, hier handelt es sich um zwei Fragen. Vor dem Erwachen geht es nur darum, die Geschichte zu sehen und frei
davon zu werden. Wenn du eine Freundin hast, dann hast du deine Geschichte
und die Geschichte deiner Freundin und dann noch die Geschichte eurer
Beziehung. Plötzlich sind da drei Geschichten, man könnte also sagen, dass es
komplizierter ist, wenn man in Beziehung ist. Wahrscheinlich leben die meisten Menschen, die erwacht sind, alleine. Vielleicht hat sich das in den letzten Jahren verändert, weil immer mehr Westler daran interessiert sind, und Westler haben einen stärkeren Drang, sich auf jemanden zu beziehen. In der Tradition des Ostens lebten Menschen, die auf dem spirituellen Weg waren, eher im Zölibat, und so waren sie weniger in Beziehungen involviert. Having said all that, there is an exception. Wenn beide Partner an der Wahrheit interessiert sind, wenn Erwachen die erste Priorität in der Beziehung ist, und wenn beide Partner sich gegenseitig unterstützen und spiegeln, dann kann es auch hilfreich sein, eine Freundin zu haben. Also kann ich eine Freundin dazu benutzen, zu Erwachen? Wenn du sehr klar bist, ja, dann könntest du deine Freundin dazu benutzen, zu Erwachen. Aber es gibt immer die Gefahr, dass du dich so an die Freundin anhaftest, dass sie dich von deinem Interesse am Erwachen wegtreibt. Eine der meistverbreiteten Arten, wie Menschen sich selbst sabotieren, ist, kurz vor dem Erwachen, wenn sie anscheinend dem Verstehen sehr nahe gekommen sind, plötzlich zu entscheiden, dass die neue Freundin oder der neue Freund viel wichtiger ist als dieses Erwachen, und dann verschwinden sie und tauchen in diese neue Beziehung ein. Die traditionelle Empfehlung im spirituellen Leben im Osten ist, im Zölibat zu leben. Zölibatär zu sein heißt nicht nur, keinen Sex zu haben, sondern auch keine Beziehung. Im Westen wäre dazu fast niemand bereit, also ist mein eigener Rat, Single zu bleiben und sich von dort aus zu beziehen anstatt sich in einer dramatischen Geschichte mit jemandem zu verfangen. Was ist dann das Wichtigste für das Erwachen? Erwachen kommt von keiner Lehre. Erwachen kommt durch Gnade. Es passiert einfach. Das Wichtigste ist, dich so verfügbar wie möglich für die Gnade zu machen. Still sein, zu Satsangs gehen, einen Meister haben, Freunde haben, die sich auch dafür interessieren, diese Dinge geben dir die beste Chance, dass die Gnade geschieht. Aber diese Gnade kann auch einfach spontan für ganz unbedarfte Menschen geschehen. Viele Menschen haben Vorstellungen von Perfektion, die sie dann auf den Lehrer projezieren. Wie kann man wissen, wer der richtige Lehrer ist? Die meisten spirituell Suchenden halten Ausschau nach einem Meister, der ein bisschen besonders ist, ein wenig anders als sie selbst. Meister, die in wunderschöner Kleidung erscheinen, aus glänzenden Wagen aussteigen und auf marmornen Bühnen stehen, haben eine bestimmte Ausstrahlung, weil sie aussergewöhnlich zu sein scheinen. Wenn es geschieht, dass du deinem eigenen Meister begegnest, dann passiert das einfach, denke ich. Wenn die innere Sehnsucht so intensiv wird, dann taucht aus der Existenz heraus der Meister plötzlich auf. Innerlich weisst du dann einfach, dass dies dein Meister ist. Er mag vielleicht nicht perfekt genug sein, er entspricht vielleicht nicht deinen Vorstellungen, wie ein Meister sich verhalten sollte, aber innerlich fühlst du eine tiefe Verbindung. Selbst wenn der Verstand ihn beurteilt und findet, dass er nicht deinem Ideal entspricht, so ist doch innerlich ein Wissen da, dass dies die Person ist. Das ist die Art und Weise wie es passiert, denke ich. Wenn er ein guter Meister ist, wird er niemals deine Vorstellungen darüber erfüllen, wie er sein sollte, weil er natürlich sein Leben authentisch so lebt, wie er fühlt, und das wird natürlich nicht so sein, wie irgendjemand anders ihn gerne hätte. Heißt das, wenn ich meinen Meister als absolut perfekt empfinde, er nicht der richtige Lehrer für mich ist? Das, was dabei wirklich interessant ist, ist zu sehen, was dir an dem Meister immer wieder aufstößt. Welche Unvollkommenheit an ihm ärgert dich am allermeisten? Ich erinnere mich daran, dass es für mich am Anfang mit Papaji sehr schwierig war, denn ich war Osho gewohnt, der in einer Rolls Royce Stretchlimousine vorfuhr, auf einer Bühne aus Marmor stand und eine wunderschöne Robe trug. Und plötzlich war da Papaji, der in einem Lieferwagen ankam, tättowierte Arme hatte, ein altes ungebügeltes T-Shirt trug und auf einer Erhöhung aus Holz saß. Zu Anfang fand ich ihn lange nicht so perfekt wie meinen ersten Meister. Aber natürlich sah ich ziemlich schnell, dass das nur meine eigene Vorstellung war, und es war mir möglich, diese los zu lassen. Es war eine ziemlich lächerliche Vorstellung. Wenn man einen Meister gefunden hat, wie soll man sich am besten verhalten, um den größten Nutzen zu erreichen? Da gibt es keinen Zweifel. Wenn du dich wirklich nach der Wahrheit sehnst
und wenn du das Glück hast, deinen Meister zu finden, dann ist der beste
Rat, so viel Zeit wie möglich mit diesem Meister zu verbringen. Iss mit ihm
zu Mittag, wasche seine Kleider, finde jede Möglichkeit, ihm zu dienen und
mit ihm zu sein. Was bedeutet es, sich einem Meister hinzugeben? Anfangs, wenn die Sehnsucht sehr stark ist, und du zu einem Meister hingezogen wirst, dann bedeutet Hingabe, dich vor diesem Meister zu verneigen, den Meister anzunehmen. Verneigen heißt nicht unbedingt eine körperliche Verneigung im Außen. Es bedeutet, sich innerlich in diese Beziehung mit dem Meister hinein fallen zu lassen, diese Beziehung mit dem Meister zu akzeptieren. Diese Person als deinen Meister anzunehmen ist die Bedeutung von Hingabe. Aber es gibt noch eine tiefere Bedeutung, und diese tiefere Bedeutung ist, dass der Meister das Selbst ist. Wenn du dich also dem Meister hingibst, dann gibst du dich nicht der Persönlichkeit des Meisters hin, du gibst dich dem Selbst hin. Das Selbst des Meisters und dein Selbst sind dasselbe Selbst. Auf einer tieferen Ebene bedeutet Hingabe also eigentlich Hingabe an deine Wahre Natur. Du bist fünf Jahre lang bei Papaji, deinem Meister, geblieben. Bist du mit ihm Essen gegangen und hast seine Kleidung gewaschen? Ich selber bin nicht mit ihm essen gegangen und habe auch nicht seine Kleidung gewaschen, weil das schon andere Leute gemacht haben. Aber nach dem ich schon zwei oder drei Monate bei ihm war, hatte ich eine Begegnung mit ihm. Er sagte zu mir: „ Du kannst ein Gästehaus eröffnen für die Leute, die zu mir kommen.“ Er hatte mich darum gebeten, und so tat ich das, mehr als vier Jahre lang. Ich führte ein großes Gästehaus, so dass die Leute, die ihn besuchen kamen, irgendwo wohnen konnten. Es wurde zu einer Priorität in meinem täglichen Leben. Jeden Abend war ich als Gastgeber bei dem Abendessen anwesend. Ich sah meine Rolle darin, mich um die Gäste zu kümmern. Ich weiß nicht, welche Absicht Papaji damit hatte, aber für mich persönlich war das Ergebnis, dass ich mich ständig in einer Art Labor befand. Jeder Gast gab mir die Möglichkeit zu erkennen, was sich in Premananda so verbirgt! Ich diente Papaji auch noch auf andere Weise. Ich leitete eine zeitlang seinen Buchladen. Und einmal borgte ich Papaji meine Katze. Das war eine ziemlich lustige Geschichte. Weißt du, es sind so unterschiedliche Dinge passiert. Aber grundsätzlich schien es, das es meine Rolle war, ein Gästehaus zu leiten. Bedeutet das also, dass das Dienen wichtiger ist als tatsächlich physische Anwesenheit? Ich denke, das ist von der jeweiligen Person abhängig. Ich glaube, manche Leute brauchen den regelmäßigen, direkten Kontakt, und bei anderen geht es mehr um das Dienen. Dein Tourplan ist ziemlich voll und du bist fast das ganze Jahr über unterwegs, aber gleichzeitig hast du seit letztem Jahr eine Satsangcommunity auf einer Farm in Deutschland. Wie passen diese beiden Sachen zusammen? Ich kam vor drei Jahren nach Europa und bin seit dem sehr viel unterwegs. Ich begann in Deutschland, aber mittlerweile reise sich auch in die meisten der anderen europäischen Länder. Vor genau einem Jahr ist diese Satsangcommunity ziemlich spontan und völlig unerwartet aus einem Sommerretreat heraus entstanden. Und jetzt, ein Jahr später, sind wir etwa fünfzehn Menschen, die zusammen auf einer Pferdefarm leben, und ich starte meine Satsangtour von dort aus. Im Augenblick verbringe ich nicht so viel Zeit dort. Meistens bin ich unterwegs, aber der Kontakt zur Gemeinschaft ist immer da, weil immmer drei oder vier Menschen aus der Community mit mir reisen. Über das Jahr verteilt, wechseln diese Leute, so dass jeder mal die Möglichkeit hat, auf der Satsangtour dabei zu sein. So sind die Gemeinschat und die Tour auf eine Art tief miteinander verbunden. Es gibt auch ein Satsangbüro in der Community, dass die verschiedenen Meetings und Retreats vorbereitet und organisiert. Dieses Organisieren, das die Community leistet, ist eine unglaublich große Unterstützung für die Satsangtour. Auch gibt es hier auf der Farm einen wunderschönen Satsangraum in einer schönen, alten Scheune. Darin ist wahrscheinlich Platz für etwa 200 Leute. An Ostern und im Sommer finden dort Satsangretreats statt, und zwischen meiner Tour auch Retreatwochen in der Community. Menschen, denen ich auf meiner Reise begegne, können die Community besuchen kommen, wenn ihr Interesse groß genug ist. Dann sitzen wir zusammen Satsang, und sie könne sich entscheiden, ob sie daran interessiert sind, in der Gemeinschaft zu leben. So passen die Tour und die Community sehr gut zusammen, und sie bieten dadurch eine wunderbare Möglichkeit für Menschen, die wirklich heiß sind auf das Erwachen oder die ihr Erwachen beibehalten wollen. Das Ganze ist ziemlich neu, und ich weiß nicht, wie sie sich entwickeln wird, diese Gemeinschaft, aber sie scheint eine Art Zufluchtsstätte oder Rückzugsort anzubieten, wo Menschen mehr die Möglichkeit haben, mit sich zu sein. Man hat mehr die Möglichkeit, seine Geschichten zu sehen, weil die Leute um einen herum kein großes Interesse an diesen Geschichten haben. Von diesen fünfzehn Leuten die dort wohnen, sind vier erwacht. In der Broschüre über die Open Sky Satsang Community steht, dass der einzige Zweck der Community das Erwachen ist. Kannst du darüber etwas sagen? Es geht darum, Erwachen zu unterstützen, und wenn das Erwachen geschehen ist, Freiheit zu unterstützen. Dies ist ein Ort für die wenigen Menschen, die wirklich Erwachen möchten , oder die Erwacht sind und einen Wert darin sehen, mit einer Gruppe von Menschen zu leben, die dieses Erwachen erhalten möchten. Man könnte sagen, diese Community ist eine kleine Oase, in der Menschen Raum und Unterstützung finden, zu Erwachen oder das Erwachen zu erhalten, und beide Dinge geschehen auch in der Community. Das ist der Hauptzweck der Community, und alles andere ist weniger wichtig. Wir haben keine Regeln. Da ist ein Gefühl, vegetarisch zu leben, aber es gibt keine Regel, die sagt, dass du Vegetarier sein musst, und deshalb essen einige Menschen Fleisch. Da ist der Vorschlag, als Community täglich zusammen zu meditieren, aber manche Leute kommen nicht. Wir wollen keine Institution werden. Wir möchten diesen Ort ein bisschen chaotisch halten, ein bisschen intensiv und voller Spaß. Da wir in Deutschland sind, ist das ein bisschen bemerkenswert. Ich sollte auch sagen, dass es wahrscheinlich überhaupt nur in Deutschland möglich ist, diese Community so aufrecht zu erhalten. Das Essen, das Einkaufen, das tägliche Waschen und Putzen und Satsang unterstützen, das ergibt ein sehr intensives Leben. We're not separate from life here in the community. The normal daily tasks are still happening. It's not some sort of esoteric community far away from life. Es ist mitten im Leben. Aber Erwachte Menschen sind auch einfach mitten im Leben. Es ist eine schöne Vorstellung, dass Erwachte Menschen irgendwie nicht ganz menschlich seien, aber das ist nicht wahr. Gibt es Kinder in dieser Community? Ja. Im Moment haben wir vier Kinder und zwei Babies. Früher hatten wir auch noch eine 90jährige Großmutter. Es ist einfach ein Stück Leben, das hier passiert. Die Kinder haben ihren eigenen Raum, aber sie benutzen gerne auch alle anderen Räume. Diese beiden Babies zu haben war ein unschätzbares Geschenk für alle. Ist es auch für Mütter möglich, zu erwachen? Well, I remember when I was first with Osho, about thirty years ago. There was a question a bit like that, but the question was can women Awaken? So thirty years ago there was a kind of common belief that Awakening was only for men because all the Masters seemed to be men. Perhaps it was Osho's support for women that made women see that they can also Awaken. It's absolutely clear that anybody can Awaken. There is no condition for Awakening. So you can Awaken having sex or not having sex. You can Awaken having a child or not having a child. You can Awaken working in the world. You can Awaken sitting in a cave. It's not depending on anything on the outside. Having said that, it is also true that sometimes mothers are very caught up egoistically with their child and so the attachment to the story is maybe greater for a mother with a child then somebody who is simply single. It's not intrinsic that a mother with a child can't Wake Up. Sitting here in this small group we have two mothers who have Awakened. Little children remind you about Presence. In that sense having a child is a support because the child is a constant reminder of being Present. Unfortunately, many mothers get really caught up in the drama that happens between the child and the mother and so like relationship, you suddenly have two stories, plus the relationship of the mother and the child, three stories, to deal with. In that sense it's more difficult maybe. How important is priority for this Awakening? Papaji used to say that the Truth was the final desire and then he would qualify that and say it's not really a desire, it's a longing. He used to say that all the other desires have to fall away before it's possible really to Awaken. Awakening is like the last longing. In being the last longing it's also the first priority. It seems to be very important that the focus and the longing inside are towards Truth. If that's not there then almost for sure something will deflect the interest, a new girlfriend, new boyfriend, whatever it is. And so I would say the longing for Truth is the most important. You lived in India for many years with two Indian Masters. Now you are offering Satsang in Europe. What is the difference? When I was interested in searching for Truth thirty years ago it seemed to be necessary to go to the East. I started in Japan because I had some interest in Zen and while I was there the connection that brought me to an Indian ashram happened. So in my case I got to India through Japan. As far as I can see looking back thirty or forty years ago, most people who were interested in Truth would make a journey to the East. They would go to Tibet, to India, to Japan for Zen or they might go to Thailand for Buddhism. There was a pull to travel to the East and there weren't so many Western teachers. There were Gurdjieff and Krishnamurti, but they were quite rare. I would guess around the same time many Eastern teachers started also traveling to the West. When the Chinese occupied Tibet a lot of the Tibetan lamas and teachers left Tibet and have now traveled in the world and found their places. A lot of that Tibetan spiritual wisdom is now available in the West quite easily. Many Indian Masters also traveled in the West. There are a number of Western teachers who've been in the East and are now teaching in the West. So now if you are a young person in the West and you're interested in Truth you don't necessarily need to go to the East. So it's really a different situation from when I started thirty years ago. The teachings have come from the East and so there is an attraction to go to the source of the teachings and to touch those traditions. So there is a pull to go to Zen in Japan or to Buddhism in Thailand or to Hinduism or Vedanta in India. I think many people still feel that pull to travel there. But there are a lot of good Western teachers now traveling in the West who speak the western languages. The Western teachers are also more in line with the culture and traditions of the West and so that can be an advantage. There is something beautiful about traveling to these Eastern countries because there is such a tradition of devotional focus in the ordinary life that, in a way, is a wonderful support. Just getting off the plane in India you immediately feel some kind of devotional energy and that opens something for Western people because we don't have that devotional tradition in the West. So I would say that it's a wonderful thing to make a pilgrimage to some country in the East. Many of the Western teachers also go with their students to the Eastern countries. Anyway, the world situation has changed in the last thirty or forty years, so that in fact now it's much more of a global village, you can say, and so the divide between the East and the West is really changing. Materially the East is becoming just as technologically advanced as the West and the West becoming more spiritual. What would appear to be some kind of natural process is just happening year by year, that the people in the West who have come to a certain level of material richness, they are becoming more interested in the spiritual tradition of the East and the people of the East have acquired or are acquiring the material wealth of the West. So countries like India and China they are becoming very modern, very materialistic and a little bit losing touch with their spiritual tradition. In the West people feel something empty. They have all the material possessions they could want and then what? Their life seems a bit empty and so that brings them to an interest in looking inside and finding their own True Nature. You were talking about surrendering to the teacher. Does it always mean to do what he teacher wants you to do? Basically, the teacher doesn't want you to do anything. But he often gives you some tasks to do. Yes, he may give you a task to do because that seems to be necessary in the flow of the life or he may think that task is going to be useful to you. If that's the case then it would help to say yes even when there may be something uncomfortable about that yes. The Master's whole effort is that you Awaken. That's his only interest. So if he is asking you to do something it's in the interest of this Awakening even though it may not appear like that and even though you may have a resistance to that. The whole effort is that you Awaken and then live that Awakening. If you have a strong resistance to something the teacher is asking, look at what that resistance is because that resistance is keeping you away from living the Truth. In Truth there is no resistance because you know it doesn't matter what you are doing on the outside. You are the Pure Awareness of what you are doing and it doesn't really matter what the body is doing on the outside because you are the Pure Awareness of that. Seems to me that you have a hard job. Why actually are you doing this? Because I think some people are really resistant and yes, the question is why? Ich würde sagen, es ist eigentlich gar nicht so ein harter Job. Undoubtedly there are many hard moments when people who you have a strong connection or a strong love with suddenly become very resistant. That's not very easy sometimes. Because usually when they become very resistant they just disappear. So that often brings difficult moments for the teacher. Aber im Grunde kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als Satsang-Lehrer zu sein. Es ist in meinem eigenen Leben eine ständige Erinnerung, wachsam zu sein. Auf diese Weise ist es ein Geschenk. So the one who benefits most is the Master. It's not such a hard job when you look at it like that. The other thing I've noticed is that in the moments when the personal choice might have been to stop because it was simply too hard, always something really beautiful happened. I can think of many examples where it seemed to be really enough and then suddenly something so deeply touching would happen with somebody and then I would see, I can't stop. It's very strange because I think it's about eight years now since I started offering Satsang, and in this eight years there has not even been one week when there wasn't some kind of Satsang happening. It has it's own life you could say. Nobody is really doing this. There's not really any choice actually. It started in a very strange way. I was living in Australia and I was having a Reiki weekend. On the Saturday lunchtime I went for a walk and I saw a street sign. It was Crystal Avenue and this reminded me of something I'd written to Papaji. It made a connection between myself and Papaji. Suddenly there was a kind of internal fax message. Out of this connection with Papaji there came quite a long message saying that I had some work to do. It felt a bit strange actually and I didn't give it so much serious attention. Later in the day I was doing some initiations and the message again started saying that this was my initiation and not really that I was initiating the students. On the next day some other stuff happened. So it was three messages. When I lived in Lucknow around Papaji I often got these kinds of messages when I wasn't physically with him. There would be some kind of inner message or inner knowing. It's hard to really describe it. About a week or two weeks later I got a phone call from a friend who told me that Papaji had died. I didn't know that. And when we checked out the time that he died and the time I got these strange messages it was exactly the same weekend. Due to the time difference between India and Australia it was almost exactly the same time. So then I got a different kind of feeling about these messages. They were the beginning of me offering Satsang. So I don't feel as if I personally chose to start giving Satsang. |