Satsang mit Premananda, Tiruvannamalai, Indien, 2004
Prem: Wir haben uns die Frage gestellt, "Wer bin ich", und heute würde ich gerne dieser Frage nach dem "Ich" ein bisschen tiefer nachgehen. Die meisten von uns haben ein klares Gespür, dass da etwas ist, dass wir das große "Ich" nennen können, welches ich als das Selbst oder das Ewige Selbst bezeichne. Das Wort "ewig" ist ein Hinweis, dass dieses Selbst sich niemals ändert. Es ändert sich niemals in der Unendlichkeit der Zeit. Die Körper kommen und die Körper gehen, das Selbst bleibt. Satsang ist ein Hinweis, dass wir dieses Selbst sind und dass wir nicht der Körper sind und nicht der konditionierte Mind sind. Wenn ich "der Mind" sage, schließe ich die mentalen Gedanken und die Gefühle mit ein. Beides gehört zum konditionierten Mind. Wenn wir nach innen schauen und "Ich" sagen, meinen wir im Allgemeinen nicht das Ewige Selbst. Wir meinen "meine Geschichte". Meine Geschichte können wir die Identifikation mit dem "Ich" nennen, welches auch das Ego genannt wird, und ich nenne es die Festung.
Wenn wir sehr klein sind, kommt ein Moment, wenn wir als ein Baby jemanden außerhalb von uns erkennen und ein bisschen später sagt jemand wahrscheinlich "Mama". Ich erinnere mich, dass ich neulich in einem wunderschönen Retreat-Zentrum in Deutschland in der Nähe von Bremen war. Der Besitzer dieses Retreat-Zentrums hatte mit seiner jungen Frau ein 10 Tage altes Baby, und eines Abends hatten wir dort ein Satsang-Treffen. Wir saßen sehr still im Kreis, und er kam herein, das Baby auf seine Brust gebunden, auf seinem Herzen, und er setzte sich einfach still zu uns. Nichts wurde gesagt und nach einer Zeit ging er mit dem Baby hinaus. Da war ein erstaunliches Gefühl, dass Gott hineingegangen und dass Gott herausgegangen war. Ich konnte das in diesem stillen Raum spüren.
Als dieses Baby hereinkam, war ein Gefühl da, dass alles sich öffnete, eine Art Erweiterung. Genauso, als das Baby ging, war da so etwas wie ein leichtes Verschließen. Natürlich spreche ich über etwas sehr Subtiles. Dieses Baby hat noch keine reale Wahrnehmung von Trennung. Obwohl das Baby aus dem Körper der Mutter heraus ist, macht es für das Baby keinen großen Unterschied. Die Eltern waren sehr sensibel und hielten das Baby die meiste Zeit eingewickelt und ganz nah am Körper. Aber irgendwann wird das Baby größer, wie alle Babys, und es wird anfangen herumzukrabbeln. Eines Tages wird es aufstehen und ein bisschen später wird es zu sprechen beginnen. Irgendwann in diesem Prozess wird es "Mama" sagen und ein bisschen später "Papa" und dann höchstwahrscheinlich "Baby" oder, wenn das Baby einen Namen hat, wird es "Shakti" sagen.
So ist da von Anfang an eine Wahrnehmung der Trennung, denn da sind das Baby und du. John und Paul, so sind wir zwei. Das erschafft den Anfang der Trennung, obwohl wir energetisch immer noch sehr nahe sein mögen. Das Baby mag sich immer noch total eins mit der Mutter und allem anderen fühlen, die Welt ist ein bisschen nebelig, nicht so klar, nicht so definiert, aber Schritt für Schritt werden die Dinge mehr fixiert. An irgendeinem Punkt wird Spielzeug angeboten und vielleicht kommt ein anderer kleiner Freund zum Spielen, und dieser andere Freund fängt an mit den Spielsachen zu spielen. Er hebt eines von den Spielsachen auf, die John gehören. John nimmt es sich zurück und sagt "MEINS"! Denn mittlerweile ist John vollkommen mit den Spielsachen identifiziert und denkt, dass sie ein Teil von ihm sind, und der andere kleine Junge versucht, sie ihm wegzunehmen. Er erfährt das so, als ob jemand versucht, etwas von ihm wegzunehmen. Dann kommt Mama mit einem kühlen Getränk und Mama knuddelt Paul, der zum Spielen gekommen ist. Klein-Paul gefällt das so, dass er ein bisschen mehr von Mama umarmt wird. Nun wird John plötzlich wirklich sauer und fängt an zu weinen, denn in diesem Moment fühlt er, dass er seine Mama verliert. Er identifiziert sich selbst mit Mama und glaubt, dass Mama irgendwie ein Teil von ihm ist.
Dies ist der Anfang von diesem ganzen Spiel, welches dreißig Jahre später in "meiner Geschichte" resultiert. Diese Geschichte wird langsam Stein für Stein aufgebaut. Später, wenn du in den Zwanzigern bist, hast du dann vielleicht einen roten Sportwagen und wieder ist es "mein Sportwagen". Vielleicht hast du eine Freundin oder einen Freund und die sind dann "meine Freundin" und "mein Freund". Diese Festung, diese Burg, wird Stein für Stein aufgebaut. Dir fällt das gar nicht so auf, denn um dich herum sind die anderen damit beschäftigt, sich ihre eigene Festung zu bauen. So erscheint das sehr natürlich. Jeder ist mit seinen Steinen und seinem Zement beschäftigt. Du kannst es hier im Außen erkennen. Das erste, was passiert ist, dass Leute einen kleinen Zaun um ihr Stück Land ziehen und dann fangen sie an, ihr Haus zu bauen, wobei sie Steine und Zement benutzen, "dies ist mein Haus". Höchstwahrscheinlich hat es eine Eingangstür und vielleicht ein Gartentor, und vielleicht hat es ein Vorhängeschloss und eine Klingel oder vielleicht gibt es einen Wachmann, vielleicht hat es Stacheldraht und Wachen mit Gewehren. Das, was du auf der Außenseite siehst, ist eine Reflektion dessen, was tatsächlich innen geschieht. Wenn du zu einem kleinen Dorf hier in der Gegend gehst, dann wirst du feststellen, dass sie noch nicht einmal die Türen verschließen, und höchstwahrscheinlich haben sie nur eine Vordertür, damit die Affen nicht hereinkommen, und ständig sind sie in den Häusern der anderen. Aber wenn du in eine Gegend wie zum Beispiel Los Angeles gehst, und gehst dann in eine reiche Gegend, dann wirst du zuerst einmal hohe Mauern vorfinden. Du kannst noch nicht einmal die Häuser sehen und das Eingangstor hat eine Art Absicherung, höchstwahrscheinlich ein paar Videokameras, ein kleines Wachhaus, und wenn Du da rein willst, dann überprüfen sie deine Papiere.
Wenn wir einmal unsere Festung aufgebaut haben, dann müssen wir sie natürlich beschützen. In Los Angeles baust du eine große Mauer, und in unserer eigenen psychischen Struktur haben wir alle Arten von Abwehrmechanismen. Ab und zu da lassen wir jemanden über die Brücke herüber, über das Wasser hinein in unsere Burg. Wir nennen diese Person einen Freund und dieser Freund wird nur in den Vorraum eingelassen, entweder in den Vorraum des Hauses oder in den Vorraum der Psyche. Gelegentlich werden wir mit einem dieser Freunde ein bisschen vertrauter, und wir erlauben ihnen etwas mehr Zugang in die Festung. Vielleicht werden sie ins Wohnzimmer eingeladen, und in besonderen Fällen werden sie ins Schlafzimmer eingeladen. Das ist sehr intim. Fast niemand wird dahin eingeladen, denn wir müssen unsere Festung verteidigen.
Im Allgemeinen gesprochen sind diejenigen, die wir näher einladen, die, die mit unserer Geschichte übereinstimmen. Ich habe meine Geschichte und du hast deine Geschichte, und wenn deine Geschichte mit meiner Geschichte übereinstimmt, dann kannst du mein Freund sein. Wenn deine Geschichte sehr verschieden von meiner Geschichte ist, dann wirst du ein Feind, keine Chance, in die Festung eingelassen zu werden, du schmeißt vielleicht sogar Gegenstände von der Mauer herunter. "Hau ab! Störe meine Geschichte nicht! Ich mag meine Geschichte sehr". Tatsächlich glaube ich nun, dass ich diese Geschichte bin. Also muss ich nun natürlich sehr vorsichtig mit meiner Geschichte sein und mit denen, denen ich erlaube, meiner Geschichte zu nahe zu kommen. "Dies ist eine furchtbare Person. Immer trägt sie rosa. Ich kann rosa nicht ausstehen!"
Zum Beispiel kam ich letztes Jahr nach fünf Jahren nach Europa zurück, und ich hatte meinen Vater und meine Mutter fast fünf Jahre nicht gesehen. Also schrieb ich meinen Eltern einen Brief, in dem ich sagte, dass ich nach Europa komme, und dass es sehr schön wäre, zu ihnen zu kommen und für einige Zeit zu bleiben. Mein Vater ist nun 85 Jahre alt, und im Grunde genommen ist er ein wirklich netter Kerl, und es gab da eine Zeit, in der wir im Großen und Ganzen über alles einig waren. Als ich wegging und meine eigene Reise begann, meine Lebensreise, hatte das zur Folge, dass wir uns nun, dreißig Jahre später, über fast nichts mehr einig sind. Nachdem ich diesen Brief geschrieben hatte, rief ich an, um zu sagen, dass ich bald vorbeikomme. Mir wurde gesagt, dass ich in Wahrheit nicht wirklich willkommen sei, und dass sie es vorziehen würden, mich nicht zu treffen. Das hat mich ziemlich überrascht und so wollte ich einige ihrer Gründe erfahren, und da schien es zwei starke Gründe zu geben. Es stellte sich heraus, dass mein Vater, der in einem kleinen, netten Dorf auf dem englischen Land lebt, Angst hatte, dass ich vielleicht komme, um einen Ashram am anderen Ende der Straße aufzubauen. Mit all meinen ausgefallenen Ideen würde ich sein Ansehen ruinieren, denn er ist ein recht bekannter Psychiater. Er hat viele Bücher veröffentlicht, und es würde ihm nicht gefallen, wenn sein Sohn am anderen Ende der Straße einen Ashram aufbauen würde und seinen Ruf ruinierte. Was meine Mutter betrifft, sie war sehr, sehr aufgebracht, denn als ich jünger war und als sie jünger waren, haben sie viele Opfer für mich gebracht. Nun habe ich mein ganzes Leben weggeworfen und alle ihre Opfer verschwendet. So konnte ich meine Eltern nicht treffen.
Diese Festungen sind sehr gut konstruiert und werden sehr stark verteidigt, und jemand wie Premananda ist eine sehr große Bedrohung für diese Festung. Er hat jede Menge Geheimwaffen, manche elektronisch, erstaunliche elektronische Werkzeuge, die diese Verteidigungsanlagen durchdringen können, sie können dich unbemerkt erwischen, nackt in deinem Schlafzimmer oder nackt mit deinen Vorstellungen, nackt mit deinen Glaubenssätzen, tatsächlich nackt mit der ganzen Geschichte. Diese Art von Person muss sehr sorgfältig beobachtet werden. Tatsächlich musst du dir ein paar besondere Verteidigungsmechanismen erschaffen, denn bei dieser ganzen Anstrengung geht es darum, in deine Festung einzudringen. Tatsächlich hat er immer einen großen Haufen von Explosionsstoffen in seiner Tasche dabei, ständig hält er nach einem kleinen Loch Ausschau, in das er sie hineinstecken kann, um ein großes Loch herauszusprengen. Immer versucht er, den Ziegelstein zu erkennen, der derjenige sein könnte, der die ganze Burg zum Einstürzen bringt, weil der Grundstein mit "Ich" beschrieben ist.
Wenn wir zu diesem einen Grundstein gelangen können, dann wird der Rest der Burg ganz leicht zusammenfallen, und daher kommt die Idee der ständigen Selbstbefragung, weil sie dich zu diesem Grundstein führt. Statt die ganze Burg Stück für Stück abzutragen, gibt es die Möglichkeit, dass das ganze Ding in einem Moment zusammenbricht. Diese Burg, die so sorgfältig erbaut ist, um die anderen vom Hereinkommen abzuhalten, hat auch die Wirkung, dass sie dich vom Herauskommen abhält, denn du bist so beschäftigt, die Burg zu verteidigen. Wie könntest du nur herausgehen und die Burg verteidigungslos zurücklassen? Premananda könnte mit seinen Explosionsstoffen in der Nähe sein! Diese sehr reichen Leute, die jede Menge Angst haben, die in diesen riesigen Häusern mit den großen Mauern leben, mit ihren Videokameras und Wachleuten, deren Leben ist nicht sehr verschieden von dem Leben der Gefangenen im Gefängnis. Der einzige Unterschied besteht vielleicht darin, dass sie ihre eigenen Gefängniswärter sind.
Satsang macht dir den Vorschlag, dass du dein Leben ohne die Festung leben kannst. Du brauchst sie nicht und sie ist sowieso nur eine Vorstellung. Sie existiert nicht wirklich. Während ich nun spreche, kannst du vielleicht mit deiner eigenen Geschichte in Berührung kommen, und du hast vielleicht ein paar Geschichten, ein paar verschiedene Identifizierungen, ein kleines Bündel von Geschichten, und du bietest vielleicht verschiedene Geschichten zu verschiedenen Situationen an. Ganz tief drinnen, was ist die Furcht? Was verteidigst du wirklich? Im Grunde genommen verteidigst du eine Vorstellung, die nicht wahr ist. Es ist eine Vorstellung, die viele Leute haben, aber das macht sie nicht richtig.
Der erste Schritt ist es, sehr ehrlich zu sein und auch sehr klar. Als erstes musst du dir wirklich klar darüber sein, wer du bist und wer du nicht bist. Wenn du wirklich klar siehst, dass du das Ewige Selbst bist, dann bist du nicht diese Geschichte. Dann kannst du auch sehen, dass es nichts zu verteidigen gibt. Aber wenn du wirklich mit deiner Geschichte verhaftet bist und du wirklich glaubst, dass du diese Geschichte bist, dann wirst du, wenn jemand daherkommt und einen Stein wegnehmen will, dich natürlich angegriffen fühlen, und du wirst dich verteidigen, denn das bist du. In diesem Retreat haben wir eine wunderbare Gelegenheit. Es ist eine einmalige Situation. Es ist beinahe eine unmögliche Situation im gewöhnlichen alltäglichen Leben. Wir haben hier eine Situation, in der wir ungefähr 20 Leute haben, die verstehen, dass es einerseits das Ewige Selbst gibt und andererseits meine Geschichte. Wir können einander helfen, klar zu sehen, dass ich nicht diese Geschichte bin, und natürlich ist das ein bisschen schwierig, weil wir an dieser Geschichte schon seit vielen, vielen Jahren festhalten. Sie ist sehr bequem. Diese Burg ist unser liebster Freund geworden, sehr nah, sehr bequem. Wenn jemand kommt, der rosa Kleidung trägt, dann wird es sehr unbequem. Wie kann sie nur rosa Kleidung tragen und dieses blonde Haar? Uh, und diesen kleinen Hund, den sie immer bei sich trägt. Schreckliche Person!
Vielleicht kannst du nun sehen, dass, wenn du glaubst, "Ich" bin eine Person und das ist meine Geschichte, du auch glauben kannst, dass alle anderen eine Person sind und sie auch ihre Geschichten haben. Dann wird das Leben recht kompliziert. Du musst dich entscheiden, wen du zur Vordertür hereinlässt und wen du draußen lässt. Wenn du dich nun in diesem Retreat umschaust, dann kannst du sehr schnell entscheiden, dass du diese Gruppe nicht magst, aber dass die anderen da drüben sehr nette Leute sind. Denen würde es niemals gefallen, rosa zu tragen. Hah! Die haben alle genau dieselben Vorstellungen, die ich habe. Sehr nette Leute. Aber die da drüben, die sind sehr schwierig. So teilen wir schnell jeden ein. Er ist ein Ja und er ist ein Nein und so weiter und so weiter, und dieses komplizierte Spiel aufrecht zu erhalten kostet eine Menge Energie und Anstrengung, denn du weißt nie so genau, wann jemand kommt und deine Festung angreift. Ein Wort reicht schon aus. Nur ein Wort könnte genug sein.
Vielleicht bekommst du, während ich rede, ein Gespür dafür, was für ein ungeheuerer Aufwand es ist, diese Geschichte aufrecht zu erhalten und für diese Art der Anspannung, in der du leben musst, denn immer musst du vorbereitet sein, wer wird mich als nächstes angreifen? Sehr schnell ist es dann sogar leicht, paranoid zu werden, dass "die" immer versuchen, dich zu kriegen. Wenn du Präsident Bush bist, dann sendest du deine Armeen aus, um diesen Feind anzugreifen, denn du hast gehört, dass er möglicherweise ein paar Massenvernichtungswaffen hat, und er ist ganz klar eine schreckliche Person. Du übersiehst dabei die Zahl der Menschen, die du getötet hast, als du Gouverneur von Texas warst. Ich denke, dass etwa zweihundert bis dreihundert Menschen hingerichtet wurden, als Bush Gouverneur von Texas war, aber natürlich, wenn Saddam Hussein das tut, dann ist er eine schreckliche Person. Das wird natürlich auf eine sehr nette Art und Weise getan, wir haben ein Rechtssystem. Wir sind im Recht und er hat Unrecht. Vielleicht kannst du sehen, dass dies dieselbe Geschichte ist, die Tag für Tag in unserem Leben geschieht.
Es ist wirklich wichtig, dies alles zu erkennen. Da ist Bewusstheit sehr hilfreich. Das bedeutet, dass du eine Situation siehst und anstatt dass du dir sagst, dass diese Person dich wirklich ärgerlich macht, fragst du dich stattdessen, warum du dich in dieser Situation mit dieser Person verärgert fühlst. Die Realität ist, dass niemand dir irgendetwas antut. Auf einer viel tieferen Ebene ist es so, dass wir tatsächlich alles, was außen geschieht, selbst erschaffen. Wir erschaffen es in jedem Moment. Es gibt da eine Geschichte von einem buddhistischen Mönch, der allein in einem Ruderboot mitten auf einem See sitzt. Er ist dort hinausgerudert, weil er sehr still und ungestört sein wollte, und so sitzt er in seinem Boot mit geschlossenen Augen. Plötzlich macht es sehr laut "bäng" an seinem Boot, und er öffnet ärgerlich seine Augen, bereit, jemanden anzuschreien. Dann entdeckt er, dass da ein anderes Boot ist, aber es ist leer und treibt nur in der Strömung herum. Dieser Ärger ist ganz und gar sein Ärger. Es gibt niemanden, den er beschuldigen kann. Genauso leben wir unser Leben. Wir beschuldigen immer die anderen. Die andere Person tut mir etwas an, aber das ist nicht wahr.
Du musst sehr ehrlich sein. Wenn du einmal die Bewusstheit hast zu verstehen, was vorgeht, dann brauchst du Ehrlichkeit, weil du ehrlich sein musst, um die Verantwortung für das, was du erschaffst, zu übernehmen. Diese Sorte Ehrlichkeit ist sehr selten, nicht sehr viele Menschen sind so ehrlich. Dieses Retreat hat eine ganz bestimmte Struktur und es hat eine ganz bestimmte Absicht. Diese Absicht ist, dass du diese Festung erkennst, in der du lebst. Die Absicht ist auch, dass du eine andere Möglichkeit erkennst und das ist die Möglichkeit, ohne Festung zu leben. Die ganze Absicht dieses Retreat ist, dass du es nach zwei Wochen ohne Festung verlässt. Anstelle eines Lebens in Los Angeles hinter einer hohen Mauer mit Wachmännern, hast du einfach ein kleines Bündel und wanderst über die Erde, ganz und gar offen, und du sagst einfach "Hallo" während du gehst, Moment für Moment. Dies ist die wahre Freiheit.
Wir sind hier zusammen, wir sind hier als Spiegel und diese Spiegel sind sehr freundliche Spiegel. Es gibt hier keine Autoritätsperson. Es mag vielleicht aussehen wie Mama und Papa, aber tatsächlich ist es nicht so. Sogar die Vögel können zum Satsang kommen. Also sind wir hier, um einander zu helfen. Wir haben hier verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel bereiten wir diesen Raum zusammen vor. Du wirst vielleicht mit Leuten zusammenarbeiten, die du magst oder mit Leuten, die du nicht magst. Ob du sie magst oder ob du sie nicht magst, macht wirklich keinen Unterschied, denn beides kann nützlich sein. Tatsächlich sind die Leute, die du nicht magst, sogar ein bisschen mehr nützlich. Es ist nicht so leicht, den Spiegel von Leuten zu benutzen, die du magst, aber wenn du jemanden nicht magst, dann wird dir deine Geschichte leichter bewusst. Wenn Dinge geschehen, die du nicht magst, dann kannst du sie auch benutzen, um etwas von deiner Geschichte zu erkennen. Wenn alles wunderbar und leicht ist, dann ist das nicht notwendigerweise der beste Spiegel.
Einer der Gründe, warum Leute sich für spirituelle Dinge oder ein spirituelles Leben interessieren, ist der, dass sie sich gut fühlen wollen, sie möchten glücklich und friedvoll sein. Das ist keine falsche Vorstellung, aber es müssen der wahre Frieden und die wahre Stille und das wahre Glück sein, was keine Festung bedeutet. Normalerweise werden dann bestimmte Teile der Festung doppelt verstärkt und viel heftiger verteidigt. Wie du weißt ist in den meisten Burgen, wenn du sie betrittst, eine Art innerer Turm. Dieser innere Turm wird noch stärker verteidigt.
Selbst wenn der Feind in den Vorhof gelangt, so kann er doch nicht in den inneren Turm gelangen, und genauso leben wir unser Leben. Auch dieser innere Turm muss verschwinden. Wir halten an diesem inneren Turm sehr stark fest. Diese Art von Situation kann uns mit diesem inneren Turm in Berührung bringen. Es geht um ein bestimmtes Thema, das so tief festgehalten wird, dass, wenn dieser tief festgehaltene Glaube angegriffen oder uns gezeigt wird, wir uns so bedroht fühlen, dass wir ihn sehr stark verteidigen. Es ist üblich, dass nach einer Weile der Schüler von seiner großen Liebe zum Lehrer, "Er ist so eine wunderbare Person. Ich liebe ihn so sehr.", abkommt, denn diese wunderbare, nette Person sagt oder tut etwas, das du nicht magst. Dann gibt es einen kleinen Widerstand und dann sagt er noch etwas Stärkeres, und das berührt etwas unten im Verlies dieses Turmes, tief im Untergrund, und dann gibt es einen riesengroßen Widerstand. Er könnte mein dunkelstes Geheimnis sehen. Ich muss es verteidigen. Dann wird derselbe Schüler, der vorher den Lehrer so sehr geliebt hat, und oft sind es die Leute, die dem Lehrer sehr nahe sind, plötzlich voller Widerstand sein. Zum Beispiel gab es in diesem Raum hier vor zwei Jahren einen Mann, der nach zehn Tagen dachte, dass Premananda so wundervoll wäre, dass er, ohne dass ich ihn aufhalten konnte, meinen Zehen berührte und jedem sagte, dass Premananda so wunderbar sei. Nur drei Tage später sagte ich etwas zu ihm. Er wurde total ärgerlich und verließ das Retreat am nächsten Tag. Einen Monat später schrieb er mir eine lange E-Mail, in der er mir mitteilte, was für eine schreckliche Person ich sei. Seit zwei Jahren hat er nicht mehr mit mir geredet und er erzählt jedem, was für eine schreckliche Person ich bin. Vielleicht treffen wir ihn sogar in einem der Chai-Shops, denn er kommt jedes Jahr hierher. Das ist eine verpasste Gelegenheit. Für den Lehrer ist es ein bisschen hart, denn die Person, die ihm vor einer Minute noch die Füße geküsst hat, greift ihn in der nächsten Minute an. Das ist ein bisschen hart für den Lehrer, aber eigentlich ist es eher sehr traurig, weil diese Momente des tiefen Widerstandes sind die, die am allerwertvollsten sind, denn sie geben dir eine Gelegenheit zu sehen, was tief unten in deinem dunklen Verlies ist, wohin du nicht schauen willst. Es ist sehr angenehm, einen netten, süßen Lehrer zu haben, der dich immer zum Lachen bringt und der dafür sorgt, dass du dich gut fühlst, aber das kann auch ein bisschen einschränkend sein. Wenn du wirklich frei sein willst, dann musst du bereit sein, dir die Dinge anzuschauen, die du nicht sehen willst. Dies sind die Dinge, die du nicht sehen kannst, denn die Dinge, über die ich spreche, liegen sozusagen im blinden Fleck. Um diese Dinge zu sehen, brauchst du die Hilfe eines Lehrers. Alle Lehrer verstehen das, und wenn ein Schüler voller Widerstand ist und weggeht, dann ist da ein Gefühl einer verschwendeten Gelegenheit, und oft ist es die Person, die dem Lehrer sehr nahe ist. Zum Beispiel gab es im Fall von Osho Rajneesh einen Mann, der Shiva genannt wurde, und er war Oshos Hauptleibwächter. Er war der Gruppenleiter einer ganzen Gruppe von Leibwächtern, und natürlich war dies eine besondere Position. Er lebte in einem kleinen Raum direkt über Oshos Raum. Er war ein sehr gut aussehender Mann. Er hatte dichtes Haar, eine orange-farbene Mähne den ganzen Rücken herunter, und natürlich war er eine sehr mächtige, sehr besondere Person, die immer ganz nah bei dem Guru stand. Er war ein sehr attraktiver Mann. Also warfen alle Frauen des Ashrams sich vor seine Tür. Er hatte einen sehr schönen Lebensstil und alles lief einige Jahre lang sehr gut für ihn. Dann kam die Zeit als Osho nach Amerika ging und eine andere Person den Ashram managte, und plötzlich hatte er diesen besonderen Job nicht mehr. Ich weiß es nicht ganz genau, aber vielleicht wurde er ein LKW-Fahrer, und er wurde sehr traurig. Diese sehr nette Person wurde ganz gewöhnlich wie alle anderen auch, aber für ihn war es viel schlimmer als das. Er fand, dass er nicht mehr diese Nähe zu Osho hatte, und so wurde er immer unglücklicher, und schließlich ging er eines Nachts. Dann schrieb er ein Buch. Tatsächlich war es kein sehr freundliches Buch, "Der Gott, der scheiterte", und es erzählte alle möglichen schlechten Sachen über Osho. Dies ist eine ganz normale Verhaltensweise. Es passiert ständig, und letztendlich hat dieser Mann eine Gelegenheit verpasst, denn es war eine Gelegenheit für ihn, etwas zu erkennen, das so bedrohlich war, dass er es auf so heftige Weise verteidigen musste, dass er tatsächlich gehen musste. Höchstwahrscheinlich hat er einen anderen Lehrer gefunden, natürlich einen viel netteren Lehrer, der all die richtigen Sachen sagt, der niemals rosa trägt. Für einige Zeit läuft alles sehr gut, bis die Zeit kommt, da dieser gute Lehrer auch etwas sagen wird, das du nicht hören willst. Dann fängt die ganze Sache wieder von vorne an. So findet man in der spirituellen Welt eine ganze Gruppe von professionellen Suchern, und sie gehen von einem Lehrer zum nächsten, aber sie schauen niemals wirklich hin. Natürlich erkennen sie bis zu einem gewissen Punkt. Sie wollen dieses dunkle Geheimnis nicht erkennen, denn davor haben sie viel zu viel Angst.
Es ist vollkommen in Ordnung, Widerstand zu entwickeln, aber nutze ihn als eine Gelegenheit. Es ist eine wunderbare Gelegenheit. Ihr könnt darüber mit Shakti Tara reden, denn sie hat diese Situation mit Premananda durchgemacht. Letzten Sommer, kurz bevor sie für einen Monat in Urlaub fuhr, dachte sie innerhalb von zwei Tagen, dass Premananda eine wunderbare Person sei und dann wusste sie, dass er absolut unzuverlässig sei und sie ihm nie wieder vertrauen könnte. Sie schrieb ihm einen drei oder vier Seiten langen Brief, in dem sie dies erklärte. Ich behielt ihn, um ihn ihr von Zeit zu Zeit zu zeigen. Dann fuhr sie in Urlaub, aber sie konnte Premananda nicht loswerden. Fast jeden Tag musste sie sich daran erinnern, was für eine furchtbare Person er war, bis sie schließlich einen Freund traf. Sie kann euch diese Geschichte genauer erzählen. Aber im Grunde genommen traf sie diesen Freund, und dieser Freund sagte: "Warum schaust du dir nicht an, was in dir vorgeht!" Also tat sie das, und genau im selben Moment rief Premananda sie an. Wir redeten ganz schön lange. Irgendwie bewirkte diese Kombination von dem Freund und dem Anruf, dass sich etwas in ihr öffnete und sie sehen konnte, was vorging, und sie wurde wieder offen. Seit dieser Zeit ist sie sogar die am meisten engagierte Unterstützerin von Premananda und Satsang in Deutschland gewesen.
Also ist es keine schlechte Sache, Widerstand zu entwickeln, aber es ist wirklich eine Verschwendung, wenn du diesen Moment nicht nutzt. Sie hatte mir diesen Brief geschrieben, der mir sagte: "Vielen Dank, aber Auf Wiedersehen. Ich kann dir nicht mehr vertrauen." Das können wunderbare Momente voll großer Möglichkeiten sein, oder sie können wirklich nur eine tragische Verschwendung einer Gelegenheit sein.
Bei Papaji passierte das sehr oft. Manchmal war es sehr lustig. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass eines Tages ein Mann mit Papaji saß, und Papaji wurde wirklich stocksauer auf diesen Mann. Er fühlte, dass er nur Papajis Zeit verschwendete und auch die Zeit aller anderen. Also sagte er zu diesem Mann: "Geh raus!" Er schickte ihn raus aus dem Satsang, und das tat er sehr selten, deswegen war das auf eine Art schockierend, und jeder konnte das irgendwie fühlen. Es war fast so, als ob sie selbst rausgehen müssten.
Jedenfalls sprach Papaji am nächsten Tag mit einer Frau, und während des Gesprächs kam das Thema ihres Freundes auf. Papaji sagte: "Oh, bring deinen Freund, um mit dir zu sitzen!" Darauf sagte sie: "Also Papaji, eigentlich ist er der Mann, den du gestern rausgeworfen hast." Da lachte Papaji, und es war kein Problem mehr für diesen Mann zurückzukommen.
Es gibt eine Frau in Deutschland, die Satsangs gibt, die Papaji aus der Stadt rausgeworfen hat, zu der er gesagt hat: "Geh! Verlass die Stadt!" Aber jetzt gibt sie Satsangs in Papajis Namen. Also ist es nicht falsch und es ist nicht schlecht, wenn diese Art von Momenten passieren. Es ist irgendwie natürlich, aber sei ehrlich in diesem Moment und habe den Mut zu erkennen, was du getan hast, denn der Lehrer macht nicht wirklich irgendetwas. Versuche es zu verstehen, denn sonst ist es eine verschwendete Gelegenheit, und tatsächlich haben wir nicht so viel Zeit. Diese Begegnung, die hier in diesen drei Wochen passiert, ist wirklich besonders, wirklich schön und es ist wirklich kostbar. Viele Dinge sind zusammengekommen. Wir haben einen wunderschönen Platz. Wir haben alles, was wir brauchen. Einige Leute haben mir gestern sogar erzählt, dass wir zu viel haben. Wir haben wunderbare Leute, die zusammenkommen. Es gibt hier jede Menge Liebe. Ich rede jetzt nicht über Hollywood-Liebe, ich rede über wirkliche Fürsorge. Jeder will das Beste für dich. Wenn etwas passiert, ist es das Beste für dich. Niemand versucht, eine Autorität zu sein. Es gibt keine Schullehrer hier und selbst unser Schullehrer ist kürzlich zurückgetreten. So sind wir alle hier zusammen, und wir können uns gegenseitig unterstützen und helfen, die Steine unserer Festung zu sehen. Nutzt diese Spiegel und selbst, wenn es ein bisschen unbequem ist, oder es so schmerzhaft ist, dass du es nicht aushalten kannst, dass du außer dir bist, ist das eine gute Gelegenheit.
Wenn du an meinen 85 Jahre alten Vater denkst, als er 80 war, hatten er und sein Sohn eine solch starke Begegnung, dass er mich nicht mehr treffen möchte. Weil da etwas war, das er nicht sehen wollte, und er würde lieber diese Welt verlassen, ohne es zu sehen, denn irgendwie ist es zu schmerzhaft. Für mich ist es sehr schön, dass wir alle für diese Zeit zusammenkommen, und drei Wochen mögen wie eine lange Zeit erscheinen, aber die erste Woche ist fast vorüber. So können wir jeden Moment benutzen, um wirklich präsent zu sein und diese Gelegenheit nutzen. Es ist eine wunderbare Möglichkeit.
F1: Vorhin hast du gesagt, dass Gefühle und Emotionen alle zum konditionierten Verstand gehören, aber nun frage ich mich, was dieses Gefühl des Selbst ist? Wie kann ich erkennen, ob es das Selbst ist, das etwas zu mir sagt oder ob dies überhaupt möglich ist?
Prem: Das ist sehr gut möglich, denn du bist das Selbst. Wenn du wirklich mit dem Selbst verbunden bist, dann weißt du das absolut sicher und das Selbst ist etwas, das sich nicht ändert. Tatsächlich ist das Selbst reines Bewusstsein.
F1: Also wenn ein Gefühl hochkommt, dann ist das reine Illusion?
Prem: Wenn ein Gefühl hochkommt, dann ist das real, aber wenn du dich verhaftest und sagst: "Dies ist mein Ärger!", dann verlierst du dich in deiner Geschichte, aber wenn du sagen kannst: "Ärger geschieht gerade!", dann ist Ärger nicht besser oder schlechter als jedes andere Gefühl. Es gibt viele Arten von Gefühlen, wie auf der Palette eines Malers, verschiedene Farben, und es gibt Langeweile, es gibt Aufregung, Angst, Glück, es gibt viele verschiedene Gefühle. Sie sind einfach verschieden. Sobald du dich mit diesem Gefühl identifiziert, trägt es dich wahrscheinlich in eine große Geschichte, und wenn du es einfach als Ärger siehst, der gerade passiert, dann ändert es sich recht schnell. Es beißt dich wirklich nicht. Also ist mein Rat für dich, es dir vollständig zu erlauben, was immer auch für ein Gefühl da ist. So war zum Beispiel Markus vor zwei Tagen stinksauer, und ich sagte: "Genieße den Tag, an dem du stinksauer bist, den morgen bist du vielleicht den ganzen Tag glücklich", und er hätte dann nicht mehr die Gelegenheit zu erfahren, stinksauer zu sein. Stell dir nur mal ein Leben vor, in dem du ständig glücklich bist. Das wäre sehr eindimensional. Was vorgeschlagen wird, ist, dass du anstelle des ständigen Urteilens "das ist gut, das ist nicht gut, ich mag das, ich mag das nicht", einfach alles akzeptierst, so wie es ist. Wenn du diese Art von Akzeptanz hast, dann hat das Leben einen leichten Fluss, und wenn du ständig in gut und schlecht einteilst, dann ist das ein Kampf und irgendwie geht da eine Menge Energie hinein. Nicht gerade eine schöne Art zu leben.
Vor einem Monat haben wir uns in Poona getroffen und du hast dich ganz schön über Premananda aufgeregt. Du hast einige deiner verärgerten E-Mails verschickt und du warst sauer genug, dass wir uns tatsächlich nicht trafen. Nun bist du hierher gekommen, und ich habe nicht das Gefühl, dass du noch sauer bist. Du warst in der Lage hinzusehen und Verantwortung, für was auch immer, zu übernehmen. Wenn das wahr ist, dann war Premananda sehr nützlich, denn ohne große Anstrengung seinerseits, hat er dich so sauer gemacht, dass du für zehn Tage nicht gekommen bist und nun bist du hier und etwas Neues passiert. Ähnlich wie mit Shakti Tara gibt es dabei einigen Gewinn. Wenn du ehrlich bist, dann kannst du sehen, dass etwas passiert ist. Es gibt eine sehr bekannte spanische Geschichte über Don Quichote. Er kämpfte ständig gegen Windmühlen, denn er dachte, sie wären der Feind. Wir gehen durch unser Leben, und wir kämpfen ständig gegen Windmühlen, aber es passiert alles in uns drin. Ich werde mein Bestes tun, dich wieder stinksauer zu machen. Wenn du nicht so sehr mit deiner Geschichte verhaftet bist, dann kannst du "danke" sagen, denn beim Sauerwerden da gibt es etwas zu sehen.
Als ich zum Beispiel das letzte Mal meinen Vater besuchte, war er 80 Jahre alt. Tatsächlich kam ich zu seinem 80. Geburtstag, und ich kam mit meinem besten Benehmen, und für die meiste Zeit der drei Wochen war es sehr freundlich und leicht. Das dachte ich zumindest. Vielleicht nicht für ihn, aber auf jeden Fall hatten wir an einem Abend diese fantastische Auseinandersetzung und ich denke, dass dieser Streit meine Mutter etwas nervös machte, aber es war sehr schön für mich. Ich liebte meinen Vater nicht weniger, denn natürlich liebe ich ihn. Aber er will etwas nicht sehen und dadurch, dass ich 30 Jahre meinen Weg gegangen bin, ist es für ihn nicht leichter. Das an sich ist für ihn schwierig, denn er ist die Sorte Vater, der die Dinge gerne kontrolliert, ganz besonders seine Kinder.
Ich habe zwei Brüder und eine Schwester und sie haben ungefähr acht Kinder, also sind sie eine große Familie, und er ist der GROSSVATER! Für ihn ist diese Situation eher angenehm und Premananda ist eher unangenehm. Also ist es einfacher zu sagen: "Komm nicht!" Es braucht ein bisschen Mut. Wenn die Dinge sehr unbequem werden, dann brauchst du ein bisschen Mut.
F2: Ich fasse mir ein Herz, oder ich möchte ein Beispiel erzählen, denn ich wunderte mich, als mein Herz sich mehr und mehr verschloss, und ein Schlüsselerlebnis für mich waren viele Begegnungen mit Leela.
Prem: Über welche Leela reden wir hier? Die schreckliche? Oh, die schreckliche Leela, ja.
F2: Ich bin dafür sehr dankbar. Ich habe ein Problem damit, wenn die Leute mit einigen Anforderungen zu mir kommen. Ich möchte Ihnen gefällig sein, und Leela hat meine Festung angegriffen.
Prem: Sie ist tatsächlich eine von Premanandas Geheimagenten.
F2: Ja, sie stürmte meine Festung.
Prem: Ja, sie hat auch eine Tasche voll Dynamit.
F2: Das passiert die ganze Zeit, ich fühle mich seltsam. Ich muss gar nichts tun, aber ich realisierte dies gerade jetzt, warum ich auf mich selbst ärgerlich bin, weil ich seltsam bin. Dies ist also die Art, in der dieses Spiel beginnt, und dann reicht ein Wort aus von irgendjemand anderem, und das Herz verschließt sich. Danke Leela.
Prem: Tatsächlich ist sie sehr gefährlich. Sie hat ein paar von den allergefährlichsten Dingen.
Zuallererst ist sie eine Frau. Dies ist sehr gefährlich für Männer, und natürlich ist sie auch eine liebende Frau. Das macht sie noch gefährlicher. Also können wir uns glücklich schätzen, dass wir hier so eine gefährliche Person haben.
F2: Und ich mag sie sehr.
Prem: Vorsicht! Sie könnte kommen und dich angreifen. Ein wichtiger Trick ist der, den Vorteil aller dieser Spiegel zu nutzen, aber verfang dich nicht in den Spiegeln, denn dann verfängst du dich in der Geschichte von jemand anderes. Dann hast du deine Geschichte und die Geschichte der anderen Person, und dann wird alles noch ein bisschen komplizierter. Ich werde über Liebesaffären noch gesondert sprechen. Für mich sind Liebesaffären die ultimative Illusion. Es ist sehr leicht, sich in dieser Art von Geschichte zu verlieren.