Die ultimative Illusion

Über Liebe, Sex und Beziehung

Satsang mit Premananda, Tiruvannamalai, Indien, 2004

Prem: Willkommen zum Satsang. Satsang ist eine Einladung sich auf das ewige Selbst zu beziehen, auf Gott zu beziehen, sich innig auf die ganze Existenz zu beziehen. Tatsächlich gibt es keine Beziehung, weil du das unendliche Selbst bist, du bist diese Existenz und du bist Gott. Du bist nicht außerhalb von Gott. Du bist nicht außerhalb vom unendlichen Selbst. In diesem Sinne gibt es keine Beziehung. Wenn wir glauben, dass wir jemand sind, dann gibt es eine Beziehung. Da ist eine Beziehung zwischen dir und mir, zwischen mir und der Welt, zwischen mir und meiner Freundin, meinem Freund, aber wenn wir verstehen, dass ich das Selbst bin und du das Selbst bist, dann gibt es keine Beziehung, weil zu einer Beziehung bedarf es zwei. Also auf einer Seite kannst du sagen, dass Beziehung die ultimative Illusion ist und die stärkste Ausprägung dieser Illusion ist mein Freund, meine Freundin, weil ich habe meine Geschichte und sie/er hat ihre/seine Geschichte und dann haben wir eine dritte Geschichte, das ist unsere Beziehung. Die Dinge werden etwas kompliziert und wir sind alle Experten in dieser Sache. Wir vergeben eine Menge unseres Lebens durch dieses Beziehungsspiel. Als wir klein waren, hatten wir eine Beziehung zu Mama und Papa, und vielleicht zu unserem Bruder und unserer Schwester und Tante und Onkel. Wenn wir etwas älter werden, haben wir eine Beziehung zu unserem Klassenlehrer und unseren Schulfreunden. Dann werden wir noch größer und haben einen Chef oder Dozenten, ein paar Arbeitskollegen, und natürlich haben wir dann eine Freundin oder einen Freund. Diese Freundin oder dieser Freund wird dann zu einem zentralen Punkt in unserem Leben und wir verbrauchen unsere meiste Energie für diese Beziehung. Wenn die Dinge wirklich ernst werden, dann machen wir einen Vertag, denn wir wollen nicht riskieren, diese Investition zu verlieren. "Bis dass der Tod uns scheidet", hier bitte unterschreiben.

Im Satsang gibt es einen anderen Vertag, um ehrlich zu sein, keinen Vertrag, aber worum es wirklich geht, ist, zu verstehen, dass es diese Einladung gibt, da gibt es diese Möglichkeit, dass du einfach herausfinden kannst, wer du bist. Tatsächlich bist du alles. Wir können es den Geliebten nennen. Im heutigen Zusammenhang ist das ein gutes Wort, der Geliebte. Dann kannst du einfach eine Beziehung zu diesem Geliebten haben, aber ohne zu vergessen, dass du dieser Geliebte bist. Also es ist keine richtige Beziehung. Wenn du eine Beziehung zu diesem Geliebten hast, bist du natürlich mit allen Geliebten verbunden, denn alle Geliebten sind eins. Dann gibt es keine Fragen über meinen Freund oder meine Freundin, weil wir den anderen nicht als meinen Freund oder meine Freundin sehen. Wir sehen ihn als den Geliebten und dann ist das ganze Spiel anders und es macht keinen Sinn, einen Vertag abzuschließen. Ich nenne diese Art von Beziehung ganz einfach die ultimative Illusion, weil wir uns in diesem Spiel so verlieren. Wir bekommen eine Freundin oder einen Freund, wir verlieben uns. Was ist dieses sich verlieben? Wir mögen ihre Geschichte. Wir spüren, dass ihre Geschichte mit unserer Geschichte zusammenpasst. "Es geht mit gut mir ihrer Geschichte und ihre Geschichte lässt mich gut fühlen. Er/sie ist mein Seelenpartner/ meine Seelenpartnerin." So verlieben wir uns und leben glücklich bis an unser Lebensende. Das alles beginnt mit unserer Gute-Nacht-Geschichte. Als wir klein waren, las uns Mama oder Papa eine Gute-Nacht-Geschichte vor, und diese Geschichten handeln oft von dem Prinzen und der Prinzessin. Du weißt, der Prinz hat die Prinzessin aus dem Turm gerettet. Sie ritten zusammen fort in die Nacht hinein, zusammen, in Liebe, für immer. Natürlich glauben wir diese Geschichten, und wir haben unsere Eltern, die uns diese Geschichte vorleben und alle Eltern unserer Freunde. Sie spielen alle diese glückliche Familie, die heile Welt, sie leben glücklich bis an ihr Ende. Wenn wir Teenager werden, ist unser ganzes Bestreben danach ausgerichtet, für uns einen Freund oder eine Freundin zu finden. Dann können wir diese Liebesgeschichte weiterführen und bis an unser Lebensende glücklich sein.

Es ist sehr wichtig, dieses Sich verlieben wirklich zu verstehen. Das ist nur möglich, wenn du an mich oder dich glaubst. Das geschieht nur in der Dualität. Was passiert, wenn dein Freund oder deine Freundin dich verlässt? Noch schlimmer, was ist, wenn er/sie dich wegen einer anderen Person verlässt? Furchtbares Leiden, denn ich habe die Liebe verloren.

Wenn ich das Selbst bin, dann weiß ich, dass ich ganz und vollkommen bin. Ich brauche nichts. Ich brauche nicht meinen Freund, damit er mir etwas gibt, und davon abgesehen, ich bin die Liebe selbst. Nichts fehlt. Ich bin absolut vollkommen. Wenn du dich in dieser Liebe wirklich verwurzelt fühlst, in dieser Geliebten, und du dann einen anderen Geliebten triffst, gibt es die Möglichkeit, miteinander zu spielen, das Göttliche Spiel, Leela. Du kannst dich einfach an der Liebe erfreuen.

Es gibt fast jedes Wochenende ein Satsang-Treffen und hier auf dem Retreat, so wie Jungs und Mädchen eben sind, gibt es da so eine Art Anziehung. Derjenige, der dann nicht ein Teil davon ist, wird sehr ärgerlich. Heute Morgen kam jemand zu mir, der sehr verärgert war, weil seine Freundin jemand anderen umarmt hat. Dann begann eine große Geschichte, und tatsächlich kam er sehr gut mit der ganzen Situation zurecht. Ich bin mir sicher, dass er dies in einem Augenblick direkt mit uns teilen möchte.

Da gibt es irgendwie eine Gelegenheit, weil diese Geschichte von dem Freund und der Freundin uns innerlich so tief berührt, dass es eine große Möglichkeit gibt, Dinge wirklich zu sehen, die du sonst nie gesehen hättest. Im Satsang spreche ich oft über den Mind und Geschichten. Du kannst zuhören und mit dem Kopf nicken, aber wenn plötzlich deine Freundin mit einem anderen Mann ist, dann fühlst du das tief innen. Dann gibt es eine große Möglichkeit des Verstehens. So beinhalten diese Momente, wenn wirklich starke Geschichten geschehen, wirklich besonders große Möglichkeiten, denn dies sind die Augenblicke, in denen du einen Schritt zurücktreten kannst, um zu sehen, was da passiert. Tatsächlich geschieht dies die ganze Zeit, aber die Geschichten sind bedeutend kleiner. Sie berühren nicht so tief, aber wenn es unser Freund oder unsere Freundin ist, dann geht das sehr, sehr tief, und ohne dass ein Augenblick vergeht, gehen wir in unglaubliche Tiefen des Leids. Für die meisten Personen kommt das größte Leid von denen, die sie am meisten lieben. Wenn deine besten Freunde kommen und sagen: "Oh! Meine Freundin ist mit dem Teamtrainer durchgebrannt", dann kannst du ihn leicht trösten und du kannst seinen Schmerz und sein Leid verstehen. Aber wenn deine eigene Freundin geht, dann geht das so tief. Es ist, als wenn deine ganze Existenz bedroht wird. Schlimmer als der Tod, weil es ist wie lebendig sterben. Deswegen ist es sehr wichtig zu verstehen, warum es so tief geht. Es geht so tief, weil du glaubst, dass du jemand bist und dieser jemand braucht etwas. Etwas fehlt und diese andere Person, die Freundin oder der Freund, gibt mir dieses Ding, das mit fehlt. Wir nennen es Liebe und brauchen eine bestimmte Menge Liebe jeden Tag und dann fühlen wir uns vollkommen. Wenn diese Liebe plötzlich fortgeht, erfahre ich meine ganze Existenz als bedroht.

Wenn du traditionelle Kulturen betrachtest, dann kannst du sehen, dass die Männer seit Jahrhunderten eine bestimmte Art haben, die Frauen zu halten. Zum Beispiel kannst du hier in Indien sehen, dass die muslimischen Frauen, wenn sie auf die Strasse gehen, einen schwarzen Umhang über ihrer Kleidung und etwas über ihrem Gesicht tragen. Manchmal sind nur ihre Augen sichtbar. Alles ist bedeckt und die meist Zeit sind sie zu Hause. In den muslimischen Ländern, in den Bereichen der Moslems, haben die Häuser sogar besondere Fenster, aus denen die Frauen hinausschauen können, aber man nicht hineinschauen kann. In vielen anderen Kulturen gibt es eine ähnliche Art, die Frauen zu behandeln. "Sie gehört mir." In Los Angeles tun wir es auf eine etwas andere Art und Weise. In Los Angeles bauen wir ein großes Haus für unsere Frau, wir geben ihr einen Swimming-Pool und schöne Kleidung. So lebt sie in einem goldenen Käfig, aber es ist nicht wirklich so anders, weil innen drin gibt es das gleiche Gedankenmuster. "Sie gehört mir."

Dann noch einen Schritt weiter. Du nimmst den Sex noch mit hinzu, weil Sex alles noch viel kraftvoller macht. Wenn du dich verletzt fühlst, wenn dein Freund oder deine Freundin jemanden umarmt, dann fühlst du dich noch mehr verletzt, wenn Sex dabei ist. Das geht dann noch tiefer. Es ist wie eine atomare Antwort. Das Kernstück explodiert und so auch in der Gesellschaft, da passiert tatsächlich viel Sexuelles, aber das geschieht alles unterschwellig. An der Oberfläche erscheint alles wie die glückliche Familie, die bis an ihr Lebensende glücklich zusammen lebt, aber darunter ist es ein anderes Spiel.

Ich erinnere mich, vor 30 Jahren war ich Teil von Oshos Lebensgemeinschaft. In diesen Tagen waren um Osho herum nicht so viele Leute und jeden Abend hatte er diese Art Satsang und du konntest ihn direkt etwas fragen. Die Menschen fingen an, ihn über ihre Beziehungen zu befragen und da kam ein Tag, an dem er plötzlich sagte, wenn dein Freund oder deine Freundin sich zu dem Freund oder der Freundin eines anderen hingezogen fühlt, würde er sie/ihn wirklich dazu ermutigen, dorthin zu gehen. Jeder war sehr schockiert, weil er ein spiritueller Lehrer war und er war anscheinend jemand, der zu wildem Sex ermutigte. Das haben die Leute nicht wirklich verstanden. "Wie kann dieser spirituelle Lehrer uns dazu ermutigen glücklich zu sein, wenn unsere Freundin mit einem anderen Mann fortgeht? Wo ist da die Moral?" Wir sind alle irgendwo Christen. Ihr seht, von diesem Standpunkt aus konnte er die Leute aus dem Westen nie so richtig verstehen, warum sie so sehr an Sex und Beziehungen interessiert sind. Für ihn war das Selbst genug. Sein ganzes Interesse bestand darin, die Menschen zu Gott zu führen, jeden zu seiner wahren Natur zu bringen. Das war sein Interesse, und die ganze Zeit sah er, wie die Menschen, irgendwie, von diesem Beziehungsspiel zerstört wurden. So öffnete er einfach die Schachtel und sagte: "Spiele so viel wie du willst. Ich ermutige euch dazu." Dann begannen die Leute natürlich zu spielen und jeder hat die Nacht mit der Freundin eines anderen verbracht. Die Dinge wurden ziemlich heiß, weil natürlich so mancher ziemlich sauer wurde. Diese Verhaltensweise passte nicht so ganz mit dieser schönen Liebesgeschichte zusammen, bis ans Lebensende glücklich und zufrieden zu sein, und die Menschen fühlten sich zurückgewiesen, verlassen, sie fühlten sich bedroht.

Dies sind alles ziemlich starke Sachen, und Gott hat es so gewollt, dass es Jungs und Mädchen gibt. Es gibt unterschiedliche Polaritäten, und die Jungs und Mädchen fühlen sich sehr stark voneinander angezogen und manches Mal auch die Jungs von den Jungs. Da gibt es diese starke Anziehung und darüber kann es ein großes Verständnis geben. Wenn du zu dieser Begegnung die Klarheit mitbringen kannst, "ich bin das Selbst, ich bin die Liebe, ich bin ganz und vollkommen", dann ist diese Begegnung sehr schön, vielleicht das Allerschönste. Wenn du jemals schon eine von diesen alten buddhistischen Statuen aus Tibet gesehen hast, dann wirst du gesehen haben, dass da ein Buddha sitzt und in seinem Schoß eine wunderschöne nackte Frau mit ihren Beinen um ihn herum geschlungen. Und was soll das?

Wenn wir denken, dass wir jemand sind und der andere auch jemand ist, dann wird diese ganze Beziehung zwischen Jungs und Mädchen sehr schmerzhaft. Der andere will niemals das, was du willst. Diese Liebe kommt nie im richtigen Moment und so ist da ständig das Gefühl von Unzufriedenheit. Das stimmt natürlich nicht immer. Es gibt immer Ausnahmen und manche Menschen leben über viele Jahre glücklich zusammen und es funktioniert irgendwie. Aber in den fortschrittlichen westlichen Ländern, werden wir immer freier von der christlichen Moral und es gibt immer mehr Scheidungen. Die Menschen heiraten mehrmals, weil es nicht funktioniert und in Ländern wie Indien, gibt es nur wenige Scheidungen, was aber nicht heißt, dass sie glücklicher zusammen leben. Wahrscheinlich heißt es nur, dass die Moral dort noch sehr groß ist, und in der Gesellschaft hier in Indien ist es für eine Frau sehr schwierig, sich scheiden zu lassen, und so geschieht das sehr selten. Aber hier in Indien zum Beispiel, ist es sehr alltäglich, dass die Frauen plötzlich verbrannt werden, so dass sie sterben. Ihr Ehemann wird sehr unzufrieden und er leert einfach kochendes Öl über ihren Sari und verbrennt seine Frau in der Küche, so dass sie stirbt. Das geschieht ständig und du kannst darüber in der Zeitung lesen. Es sieht aus wie ein Unfall.

Ich möchte nun Ganesha einladen, seine Geschichte zu erzählen, weil es eine sehr schöne Geschichte ist. Die Geschichte begann vor zwei Tagen und wir haben gestern im Satsang darüber gesprochen. Vorletzte Nacht war er alleine in seinem Zimmer, und er teilte uns mit, dass da dieses schöne Nichts war, und er hatte dieses Erlebnis mit seiner Wahren Natur. Also er wird uns die Geschichte nun aus seiner Sicht erzählen.

Ganesha: Vorletzte Nacht war da dieses wunderschöne Nichts. Als Michael gestern mein Partner war, fragte er mich direkt, ob da etwas zwischen uns wäre, was Leela betraf. In diesem Moment wurde mir etwas über die Beziehung zu meiner Mutter klar. Ich hatte immer eine sehr starke Verbindung zu ihr. Sie war meine größte Liebe. Eines Abends fand eine Party statt, und mir fiel zum ersten Mal auf, dass Erwachsene Alkohol tranken. Meine Mutter trank, und es war das erste Mal, dass ich keine Verbindung zu ihr spürte. Das war ein sehr heftiges Gefühl. Ich hatte Bauchschmerzen, mein Herz fühlte sich an, als würde es brechen und ich musste weinen.

Später als Teenager erlebte ich denselben Schmerz, als meine erste Beziehung zu Ende ging.

Vor zwei Tagen war es für mich ok, als sich Leela und Michael gegenseitig umarmten. Aber gestern kam wieder dieser riesige Schmerz, diese riesige Geschichte. Es geschah oft, wenn Beziehungen zu Ende gingen, und ich wollte diesen Schmerz nie mehr erleben. Tatsächlich ist gestern nicht mehr passiert als am Tag davor, als dass eine riesige Geschichte auftauchte. In diesem Moment konnte ich mich nicht an die Erfahrung erinnern, die ich am Tag zuvor mit dem Selbst hatte. Es war so friedlich, es war so schön. Ich konnte mich nicht erinnern, und plötzlich war alles ganz anders, nur noch der Schmerz. Das Kind war da, meine ganze Geschichte, nicht gut genug zu sein, alles falsch zu machen. Ich dachte: "Ok, ich muss sofort gehen, ich muss sofort nach Hause." Ich sprach mit Leela und sagte ihr: "Das wars. Ich fahre jetzt nach Hause. Ich verlasse das Retreat." Ich habe versucht Leela so zu verletzten, dass sie meinen Schmerz fühlen würde. Sie einfach zu verlassen, obwohl wir vorhatten, nach dem Retreat noch viel Zeit zusammen zu verbringen.

Aber an diesem Morgen wurde mir etwas klar. Wenn etwas passiert, sollte ich im Selbst zentriert bleiben, und nicht nach außen schauen. Dann fiel mir auf, dass die Liebe, die ich für sie fühle, dass das, was ich dachte, was Liebe so ist, ganz anders ist als das, was ich am Tag davor mit dem Selbst erlebt habe. Da war wirkliche Liebe, und ich erkannte, dass eine Person nicht wirklich fähig ist zu lieben. Weil dies alles mit dem falschen Verständnis verbunden ist, dass es da ein "Ich" gibt, das irgendetwas tut. Es ist eine komplette Illusion. Wenn der Schmerz wieder kommt, möchte ich einfach herausfinden, "Wer ist das, der den Schmerz erfährt?" Ich hoffe, dass ich darüber hinwegkomme, weil dies der allerschlimmste Schmerz ist, den ich je in meinem Leben erfahren habe, und das alles nur, weil ich an diese Illusion geglaubt habe.

Prem: So kannst du Michael einfach danken, stimmt's?

Ganesha: Ja. Ohne euch beide hätte ich das vielleicht nie sehen können. Als ich letzte Nacht darüber nachdachte, da dachte ich, dass Premananda Leela wahrscheinlich hypnotisiert hat.

Prem: Es war mein Fehler.

Ganesha: Das brachte mich auf den falschen Weg. Nun bin ich mir sicher, dass Premananda mit dieser Geschichte absolut nichts zu tun hat, und Michael und Leela auch nicht.

Prem: Es ist sehr schön, wenn du sehen kannst, dass dies alles in dir drinnen passiert. Es hat nichts mit Leela zu tun, nichts mit Michael und sicher nichts mit Premananda, es ist einfach nur deine Geschichte. Es passiert alles in deinem Inneren. Es waren zwei wunderschöne Tage, weil zuerst fing das Ganze mit einem Lichtblick auf deine Wahre Natur an, und das brachte dich auf die Spitze des Himalayas, zum Schnee im Sonnenschein. Wunderschön. Vielleicht war es niemals so schön. 24 Stunden später bist du den ganzen Berg hinuntergeschlittert, und du warst im tiefen Tal. Da unten gibt es kein Licht, nur Schmerz und Elend.

Bevor wir weiter machen, geben wir Leela auch die Möglichkeit, auf diese Geschichte ein bisschen zu antworten. Es ist nicht ihre Geschichte. Es ist Ganeshas Geschichte, aber trotzdem...

Leela: Es ist auch meine Geschichte. Für mich fing das Ganze an, als Premananda sagte, dass manche Leute glauben, dass sie es nicht wert sind, ins Paradies zu kommen. Ich bin eine von denen, und das passt mit Ganeshas Geschichte zusammen, denn in mir wurde der Schneeball immer größer und größer, und mit Michael besser und besser. Diese Angst in mir drinnen, nicht gut genug zu sein, wurde größer und größer. Das war mein Problem, das ich nicht mit Ganesha in Verbindung bringen konnte.

Prem: Diese Geschichten trafen sich in der bestimmten Situation von Satsang. Wenn diese Art Geschichten in einem Chai-Shop zusammentreffen, ist Ganesha am nächsten Tag wahrscheinlich auf dem Himalaja und Leela in Südindien. Vielleicht hat Leela einen neuen Freund, und Ganesha ist zwei oder drei Wochen lang voller Schmerz.

Für Premananda ist das eine schöne Geschichte, denn vor einem Monat schickten sie mir eine E-Mail um mitzuteilen, "Wir werden auf keinen Fall zu dem Retreat kommen, und wir werden auch kein Teil der Inner Sangha sein. Gott hat uns in eine andere Richtung geschickt und überhaupt, Premananda, du bist eine furchtbare Person." Nun sind sie hier und das ist sehr schön, denn nicht nur sie können da etwas verstehen, sondern jeder kann da etwas verstehen. Diese Geschichte ist die Geschichte von jedem, vielleicht ein bisschen unterschiedlich, aber im Grunde genommen die gleiche Geschichte. Das ist die Schönheit an dieser Art von Satsang-Gemeinschaft, denn hier ist ausreichend Liebe vorhanden, so dass du fühlst, dass du diese schrecklichen Geschichten hier teilen kannst. Trotzdem werden wir darüber lachen, denn wir können immer über die Geschichten anderer Leute lachen, aber wenn wir wirklich ehrlich sind, dann wissen wir, dass das auch unsere Geschichte ist.

 

F3: Ist das nicht erstaunlich, dass das zwischen den beiden passieren konnte, besonders weil ihr immer sagt, dass ihr kein Paar seid.

Prem: Dies ist ein anderer Aspekt dieser Geschichte. Ich denke, dass diese Story beiden etwas zu sagen hat. Ich kenne nicht genau die Situation, aber ich denke, sie beide haben mir vor einigen Monaten erzählt, dass sie zusammen leben, aber sie keine Beziehung haben, dass sie nahe beieinander schlafen, aber sich nie berühren. Sie haben eine Art Sannyasin-Beziehung, aber ihr seht, dass ist nicht wirklich ernst gemeint, denn wenn ihr solche tiefen Gefühle habt, kann es sein, dass da eine Art intellektuelle, spirituelle Vorstellung war. Es richtet sich zum Beispiel auch nicht gegen Spiritualität Sex zu haben.

Ich erinnere mich, dass Papaji einst über Sex und Erleuchtung gefragt wurde, und er sagte: "Also, dann wären alle Eunuchen erleuchtet."

In der alten indischen Weisheitslehre von Vedanta, gehst du in ein spezielles Programm als ein spirituell Suchender, und an einem bestimmten Punkt gehst du ins Zölibat. Von dieser Vorstellung über das Zölibat sind viele falsche Vorstellungen entstanden. Vor 30 Jahren öffnete Osho diese Kiste. Schnell wurde er zum Sex-Guru, denn um ihn herum wurde freie Sexualität gelebt. Aber ich bin mir sicher, dass seine Absicht war, wenn er diese Box öffnet, jeder schnell ermüdet wäre von diesem Spiel. Für ihn ist diese Begegnung mit deiner eigenen Wahren Natur so schön, wem ist da schon der Freund oder die Freundin wichtig. Aber er lag falsch, denn in der Tat blieb jeder in diesem Spiel, und so lag die große Anziehung, in diese Gemeinschaft zu kommen, nicht darin, Gott zu begegnen. Es ist ein guter Ort, einer Freundin oder einem Freund zu begegnen. Wir haben seine Intention übernommen und sie verändert.

 

F4: Ich war wirklich erstaunt über Ganeshas Reaktion. Das ist ja tatsächlich das Hauptthema für viele Leute und besonders für mich. Nicht vor dem Schmerz wegzulaufen oder vor dem, was ich denke, was oder wer den Schmerz verursacht hat.

Prem: Ja, das ist so wichtig. Wir sind unser ganzes Leben lang weggerannt. Das Erste, was passiert, wenn es schmerzhaft wird, ist unseren Freund oder unsere Freundin zu verlassen. Wir wissen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Auch wenn es nicht meine eigene Geschichte ist, so kann ich begreifen, dass da nur ein bisschen Verständnis nötig ist. Tatsächlich ist das immer die gleiche Geschichte, denn wie auch immer die äußere Geschichte aussieht, sie passiert nur weil ich glaube, dass ich jemand bin. Es ist eine Sache, Premananda darüber sprechen zu hören, aber es ist was komplett anderes, wenn dir etwas geschieht. Darum geht es in diesem Retreat. Wir haben genug Zeit, um zu wirklichem Verständnis zu kommen. In einer zweistündigen Begegnung an einem Abend, ist nicht genug Zeit. Dort ist nicht wirklich genug Unterstützung, und in dieser Art von Retreat haben wir genug Zeit und genug Unterstützung, so dass wir uns gegenseitig helfen können. Es ist also keine gute Idee, wenn du einfach gehst. So zum Beispiel war Lalith nur drei oder vier Tage hier, und sie kannte Premananda nicht, sie kannte Advaita nicht, und sie wusste nicht, was wirklich im Satsang passiert. Sie stellte fest, dass Premananda zehn Minuten zu spät kam. Sie war dadurch sehr verärgert, und dann ist sie plötzlich ganz schnell abgereist. Sie wird weiter ihre Geschichte mit sich herumschleppen, denn es war ziemlich klar, dass sie eine große Geschichte mit dem Thema Autorität hat. Wenn du sie am Flughafen triffst, auf dem Weg nach Hause, wirst du erfahren, dass sie eine wunderbare Zeit hier hatte, aber sie wird immer noch diese Geschichte haben. Das ist das Schöne an diesem Retreat. Es gibt hier eine Chance, dass wenn du zurückfliegst, sich etwas in deinem Inneren verändert hat. Es gibt ein tiefes Verständnis und mit diesem tiefen Verständnis kannst du mit allen Geschichten umgehen, die da kommen, denn dieses Verständnis ist grundlegend verbunden mit dem ganzen Ding. Alles was wir Leben nennen, können wir durch dieses Verständnis begreifen, und das meinen wir, wenn wir von Freiheit sprechen. Wir sind frei von diesen ganzen Geschichten, und wir werden dann auch frei von diesem ganzen Schmerz und Leid. Also geht nicht einfach weg. Es ist genau die richtige Zeit zu bleiben, und wenn das ein gutes Retreat ist, so wird jeder zu einem schwierigen Moment kommen, weil, wie ich schon vorher sagte, ist das Premanandas Job, Situationen zu produzieren, die dich in deine Geschichte bringen. Also, habt ihr eine Geschichte?

F4: Oh ja, bestimmt. Wer hat keine Geschichte?

Prem: Die von Shakti ist ziemlich bekannt. Es ist schwierig, sie nicht zu knuddeln und zu küssen, vielleicht würdest du dann etwas fühlen. Kann das sein?

F4: Ja. Am Anfang war dieser Schmerz, wie Ganesha ihn beschrieben hat, und nun ist kein Schmerz da. Da gibt es eine Art Akzeptanz. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, eine Art Akzeptanz oder Verständnis.

Jemand: Ich küsse sie nur, weil sie so beliebt ist. Sie macht mich überhaupt nicht an. (Gelächter)

Prem: Ist das nicht schön, so eine beliebte Freundin zu haben?

F4: Also, es ist auch schön, wenn sie unbeliebt ist. Für mich muss sie nicht beliebt sein, damit ich sie nett und schön finde.

Prem: Aber die Gründe, warum du sie nett findest, sind vielleicht die gleichen Gründe, warum andere sie auch nett finden.

F4: Ja, bestimmt. Mich interessiert das, was du vorhin von Osho erzählt hast, über Liebe und Sex. Was für eine Meinung hast du darüber? Dieses Spiel, an einer Person festzuhalten und dieses Partnerwechselspiel, hat das etwas mit Liebe zu tun, oder geht es da nur darum, Sex zu haben?

Prem: Meine eigene Meinung ist, die einzige Beziehung für die es sich wirklich lohnt, so einen großen Energieaufwand zu betreiben, ist die Beziehung zu Gott. Denn alle anderen Beziehungen geben dir etwas Freude und etwas Leid, und wenn sie dir viel Freude bereiten, werden sie dir, wahrscheinlich, eine Menge Schmerz bereiten. Gott zu lieben ist ein viel besserer Deal, denn es ist immer gut. Meine Meinung ist, es ist viel besser, alle Energie in diese Beziehung zu Gott zu geben, aber das ist nicht wirklich eine Beziehung. Man muss verstehen, "ich bin Gott". Wenn du das einmal wirklich weißt, geht das Spiel mit dem Leben weiter, und es kann sein, dass du dann mit einer Frau zusammen bist, oder vielleicht mit vielen Frauen zusammen bist oder gar keinen Frauen. Auf eine Art ist das nicht wirklich wichtig. Das wichtige dabei ist dieses Verständnis für, "ich bin Gott, ich bin die Liebe".

F4: Als ich ein Schuljunge war, hätte ich wahrscheinlich gedacht: "Wow! Das ist ein ziemlich cooler Typ, der überall rum läuft, der alle liebt und sich nicht drum schert!"

Prem: Aber es sind nicht alle. Es ist auch alles, denn du weißt, dass du der Baum bist, dass du die Blume bist und der Fluss. Zum Beispiel, es macht mich sehr glücklich zu sehen, dass der kleine schwarze Vogel nach drei Jahren immer noch auf dem Kabel sitzt. Ich spüre Schönheit, wenn ich den Vogel dort sehe, wenn ich für das stille Sitzen am Morgen komme und ihn dort sitzen sehe. Er sitzt immer auf dem Kabel. Er hat mich vor drei Jahren begrüßt, und vor zwei und nun dieses Jahr.

Wenn du wirklich weißt, "ich bin das Selbst, ich bin die Liebe, ich bin Gott", dann gibt es nicht so einen großen Unterschied zwischen dem schwarzen Vogel und meiner Freundin. Natürlich, da gibt es einen Unterschied, aber was geschieht, das geschieht im Inneren. Wenn ich diesen schönen Vogel treffe, dann passiert etwas innen drin, und als ich diese Frau aus Japan eines nachts traf, passierte etwas innen drin. Es ist nicht so verschieden.

 

F5: Also würde ich sagen, dass es dir nichts ausmacht, ob du die Nacht mit einer Frau oder einem Vogel verbringst? Was das innere Gefühl betrifft?

Prem: Natürlich, ich habe mehr Spaß mit einer Frau, als mit einem Vogel. (Lachen) Ich glaube, wenn ich ein Vogel wäre, würde ich die Nacht wahrscheinlich lieber mit einem Vogel verbringen.

F5: Wenn sich dort aus heiterem Himmel ein anderer Vogel auf das Kabel dort setzt und eine Katze kommt und ihn auffrisst...

Prem: Dann kann ich die Nacht nicht mehr mit dem Vogel verbringen. Dann muss ich die Nacht mit der Katze verbringen. (Lachen)

F5: Aber dann am Morgen wird der Vogel nicht mehr da sein und du wirst ihn vermissen. Da ist nur noch das Kabel da.

Prem: Stimmt, aber vielleicht kann die Katze auf dem Draht laufen. Vielleicht ist es eine Zirkuskatze. Egal, der wirkliche Grund, warum Shiva hierher kommen soll, ist, dass die meisten Leute das Gefühl haben, dass Ganeshas Geschichte auch Shivas Geschichte ist. Wenn wir diese Satsang-Wochenende hier haben, oder wie jetzt das Retreat, dann lieben viele Leute Shakti. Du hast dir irgendwie eine Freundin ausgesucht, die viele lieben, und das ist eine intensive Situation für dich auf die gleiche Art und Weise wie für Ganesha. Es gibt darin auch eine starke Möglichkeit für dich. Wenn du über eine gewisse Art von Akzeptanz sprichst, dann muss das eine tatsächliche Akzeptanz sein. Die einzige wirkliche Akzeptanz ist, wenn du weißt, dass du nicht diese Geschichte bist, denn andererseits ist es einfach nur ein mentales Spiel. Du akzeptierst es nicht richtig. Aber wenn du wirklich verstehst, dass du nicht diese Geschichte bist, weil da niemand ist, und dass du ganz und vollkommen bist, dann fühlst du dich nicht von Krishna bedroht, wenn er Shakti umarmt. Während du dich bedroht fühlst, kannst du Krishna danken, dass jedes Mal, wenn er Shakti umarmt, er dir die Möglichkeit gibt, etwas zu erkennen.

F5: Ja, ja.

Prem: Weißt du, du hast dich für diese Lektion entschieden. Als du ankamst, sagtest du: "Der Grund, warum ich hierher kam ist, ich kann nicht sieben Wochen ohne Shakti leben." Du sagtest nicht: "Ich liebe es, in einem Satsang-Retreat zu sein, weil ich drei Wochen in Stille sein möchte." Du sagtest: "Ich komme sieben Wochen ohne Shakti nicht zurecht." Das war also der Anfang dieser Erfahrung. So hast du dich für diese Erfahrung entschieden. Verstehst du das?

F5: Ja.

Prem: Das Traurige im Leben in den westlichen Ländern ist, und mittlerweile in fast allen Ländern, dass die Menschen sich so sehr auf Sexualität konzentrieren, und dass sie fast nicht an Spiritualität interessiert sind. Die Kirchen sind leer, und die Rotlichtviertel voll. Was also passiert da wirklich?

F5: Ich denke, dort gibt es mehr eine Art Spiritualität als in den Kirchen. Durch Sexualität passiert mehr zwischen den Menschen. Vielleicht ist es zu wenig, was zwischen den Menschen in den Kirchen geschieht.

Prem: Auf einer gewissen Ebene sucht jeder nach der Wahrheit, denn das ist das Suchen nach dir selbst, deiner Wahren Natur. Sie suchen danach nicht in der Kirche, und vielleicht suchen sie es in den Rotlichtvierteln, denn zumindest dort gibt es eine Art von Begegnung.

F5: Ich weiß nicht. Ich bin kein Experte darin. Grundsätzlich gibt es überall Menschen die etwas begreifen. Viele Dinge passieren, wo auch immer, ich würde das nicht an der Kirche festmachen.

 

F6: Wie es im Außen in den Rotlichtvierteln aussieht, ist vielleicht nicht das, was innen geschieht.

Prem: Ja, eine Verlockung des Rotlichtviertels ist, dass es bei dieser sexuellen Begegnung, sogar wenn man dafür bezahlt, eine Art Vergnügen gibt. Da ist eine Art kleine, menschliche Wärme. Es gibt dort eine Art Erleichterung vom Schmerz und vom Leiden. Tatsächlich ist die traurige Sache die, dass die Welt wirklich leidet, weil die Leute so von sich selbst abgeschnitten sind, dass sie Tag für Tag sehr viel leiden. Sex und Geld sind miteinander verbunden. Sie haben mit dem ersten und zweiten Chakra zu tun. Das ist wirklich die tiefste Schwingung. Der größte Teil der Menschheit schwingt auf der Frequenz des ersten und zweiten Chakras. Was hier am Arunachala angeboten wird, ist, auf einer viel höheren Frequenz zu leben. Sie ist viel sensibler, denn es ist die Frequenz des sechsten und siebten Chakras.

Ein Rockkonzert zum Beispiel ist im ersten und zweiten Chakra, und wenn man zu einem Streichkonzert oder zum Ballett geht, dann ist man im sechsten und siebten Chakra. Es ist eine völlig unterschiedliche Schwingung. Die Welt lebt im Materialismus, Geld und Sex. Das ist die Frequenz des ersten und zweiten Chakras und die Energie von Satsang, von Freiheit, von Wahrheit ist weit entfernt von dem. Ich erinnere mich, vor zwölf Jahren an diesen Moment der Selbsterkenntnis. In jener Zeit teilte ich ein kleines Haus mit einer jungen Italienerin. Sie war sehr schön und es war sehr heiß. Also trugen wir nicht sehr viele Kleider, tatsächlich waren wir ziemlich oft nackt. Wir mochten uns und kuschelten oft und schliefen gemeinsam ganz nackt, aber wir machten niemals Liebe und hatten nie Sex, denn zu dieser Zeit hat das für Premananda einfach nicht funktioniert. Im Augenblick meines Erwachens war die Energie so hoch oben im siebten Chakra, dass sie nicht einmal ins erste Chakra herabkam. Ich konnte einfach keinen Sex haben. So wurde ich auf natürliche Weise enthaltsam. Ich traf keinerlei Entscheidung, aber für ungefähr dreieinhalb Jahre hatte ich keinen Sex. Ich hatte viele Freundinnen und die gesamte Gemeinschaft hatte vielerlei Urteile über Premananda, weil ich immer schöne, junge Frauen um mich herum hatte. Natürlich dachten sie, dass ich viel Sex hatte. Aber eigentlich mochten mich die jungen Mädchen, weil ich keinen Sex hatte. Sie fühlten sich sicher und geschützt bei mir. Es war also einfach so. Nach dreieinhalb Jahren, traf ich eine sehr heiße Brasilianerin, und dann fing diese ganze Sexgeschichte wieder an. Ich weiß, dass ist eher ein uninteressantes Thema!

Ich würde gerne etwas über Clara sagen. Sie ist vierzehn und natürlicherweise würde sie dort draußen in der Gesellschaft nach einem Freund suchen oder vielleicht noch nicht ganz. Ich finde es sehr schön, dass sie sich entschied, zu diesem Satsang-Retreat zu kommen. Sie weiß, dass sie nicht zu einer solchen Begegnung kommen muss, aber sie entschied sich, hierher zu kommen. Das ist irgendwie ihre Wahre Natur, und tatsächlich fühlt sie sich von dieser hohen, subtilen Frequenz angezogen. Wenn sie zurück nach Deutschland kommt, dann ist dort der ganze Druck der Gesellschaft, der sie fühlen lässt, dass sie einen Freund finden muss. Da gab es ein bestimmtes Wochenende, an dem sie vorhatte, zum Satsang-Wochenende zu kommen, und ihre Freundin lud sie ein, zu einem speziellen Kino-Wochenende zu gehen. Sie hoffte, dass dort ein Junge sein würde, den sie getroffen hatte, aber dessen Telefonnummer sie nicht hatte. Was also tun? Irgendwie ist es immer eine Entscheidung. Möchtest du gerne etwas sagen?

 

F7: In Deutschland ist das tatsächlich so, und besonders in meiner Schulklasse. Da sind drei Freundinnen und sie tragen die tollsten Klamotten und haben jede Woche einen neuen Freund. All die Jungs sind hinter ihnen her. Ich war immer sehr eifersüchtig, jetzt im Moment bin ich es nicht, aber vielleicht, wenn ich wieder nach Deutschland zurückkomme. Ich dachte immer, "Ich brauche das auch. Ich brauche diese Dinge und ich brauche Jungs." Das war immer sehr schwierig und ist es immer noch. Ich bemerke, wie es sich in mir verändert, wie Liebe und Frieden schöner und schöner werden. Das merke ich jeden Tag beim stillen Sitzen und auch im Satsang. Ich möchte dir "danke" sagen.

Prem: Das ist irgendwie eine sehr wichtige Geschichte! Sie versteht die Schönheit dessen, was hier geschieht. Trotzdem übt die Gesellschaft gleichzeitig einen starken Druck aus. Jeder hat anscheinend so viel Spaß mit Freunden und Freundinnen, dass kaum einer zum Satsang geht. Wie kann also jemand, der jung ist, diesem Druck der Gesellschaft standhalten? Das ist nicht so einfach.

F7: Ich glaube, dass ist eine gute Gelegenheit, Premananda nach einem neuen Namen zu fragen. Mama weiß einen schönen.

Prem: Weißt du welchen Namen?

F7: Parvati.

Prem: Parvati. Eigentlich fragte mich deine Mutter nach einem Namen für dich. Wir kamen auf den Namen Bhakti, weil Bhakti und Shakti gut zusammen passen! Bhakti bedeutet Hingabe und du bist irgendwie eine sehr hingebungsvolle Person. Mir persönlich gefällt Bhakti, aber wenn du Parvati magst, ist das auch ok. Parvati ist eine Göttin, das ist auch gut für dich. Du kannst wählen, welcher dir gefällt, oder wir finden einen anderen Namen.

F7: Mir gefällt Parvati.