Diese Interviews hat Premananda (premananda) geführt, während er in Papaji's Lucknow Sangha lebte, in den Jahren 1992-1996.
|
|
Amazing Grace - Wundervolle Gnade
|
Peter: Eines Tages ging ich nach Haridwar und traf Ramda, gerade einen Tag bevor er nach Delhi fahren und zurück in sein Heimatland Brasilien fliegen wollte. Er sagte, "Oh! Peter, wie schön dich hier zu treffen. Ich bin gerade auf dem Weg um meinen Guruji zu sehen, hast du Lust mitzukommen?" Ich sagte, "Ja! Ja! Ich habe etwas Zeit und würde gerne mitkommen." Also gingen wir durch ein paar Hintergassen in Haridwar zu dem Haus, in dem der Guru lebte. Premananda: Hattest du bis zu diesem Zeitpunkt andere Gurus gehabt? Peter: Ja, ich war in Satsangs und Darshans mit Heiligen in Rishikesh, aber nichts hat mich wirklich gefesselt. Ich fühlte niemals, "Das ist mein Guru." Ich suchte nicht wirklich nach einem Guru. Ich glaubte, daß es früher oder später geschehen würde, wenn es geschehen sollte. Ich wollte irgend etwas, aber ich wußte nicht genau, was es war. Die Leute sprachen über Freiheit, Erleuchtung und Selbst-Realisation; aber ich habe nicht gänzlich verstanden, was sie sagten. Ich wollte auf jeden Fall etwas. Ich sah so viele Heilige und Lehrer in Rishikesh. Nichts funktionierte. Nichts geschah. Dann war da nach einer Weile dieses Treffen mit Ramda, als er mich mit zu diesem Mann in Haridwar nahm. Wir kamen in das Zimmer, und da war dieser wunderschöne Mann, auf einem Bett sitzend, halb nackt. Er trug kein T-Shirt. Er hatte all diese Tattoos auf seinem Arm, und er war erstaunlich stark. Fast fühlte ich etwas Angst; seine Präsenz war so stark, unglaublich stark. Er lud mich ein, herein zu kommen. Er sagte, "Komm rein und sitze." Ich wurde eingeladen, vor ihm zu sitzen, und er fragte mich, woher ich käme. Ich sagte, "Ich bin aus Australien." Er lächelte mich sofort an und sagte, "Kennst du die Känguruhs, hast du jemals ein Känguruh berührt?" und er fing an, über die Natur und über Tiere zu reden. An einem Punkt erzählte ich ihm, daß ich auch ein Taucher war; Ich ging gewöhnlich tauchen. Er war so interessiert daran, daß er richtig strahlte. Er war so glücklich, über die Natur zu reden. Wir sprachen sehr lange darüber, und ich verlor mich vollständig darin. Ich fühlte mich so wunderschön mit diesem Mann. Alles, über das ich vorher nachgedacht hätte, verschwand. Ich war einfach mit diesem Mann zusammen und fühlte mich so gut. Ich wußte nicht, was geschah. Er gab mir Chai und eine Menge Kekse, eine Menge Prasad. Nach einiger Zeit sagte er, "Okay Peter. Jetzt gehst du zurück nach Rishikesh, und ich gehe mit meinen Schülern am Ganga spazieren." Ich dachte, "Ich würde wirklich sehr gerne mit diesem wunderschönen Mann spazieren gehen, mit seinen Schülern am Ganga." Aber ich wußte, es war nicht an mir, ihn zu fragen, er gab mir eine klare Anweisung, nach Rishikesh zurück zu gehen. Er schickte mich weg. Ich sagte zu mir selbst, "Okay, Ich werde gehen", aber es tat mir wirklich sehr leid, gehen zu müssen. Ich ging zurück nach Rishikesh, und dieser Mann ging mir nie wieder aus dem Sinn. Nach ein paar Tagen dachte ich, "Ich will zurück zu diesem Mann gehen, vielleicht läßt er mich wieder hinein." Ich ging nach Haridwar, aber ich konnte ihn nicht finden. Ich konnte die Seitenstraße, wo er war, nicht mehr finden, weil ich nicht aufgepasst hatte, als wir dort hingingen und ganz sicher nicht, während ich das Haus verließ. Ich war in einem veränderten Zustand gewesen. Ich hatte vergessen, ihn nach seinem Namen zu fragen. Ich wußte nicht, wer er war. Also mußte ich zurück nach Rishikesh, und dann fing ich an, Leute zu fragen, ob sie diesen wunderschönen Mann kannten. Ich beschrieb ihn, aber niemand schien ihn zu kennen. Es wurde Zeit für mich, Indien zu verlassen. Ich ging zurück nach Übersee und reiste um die Welt nach Südamerika. Dann ging ich nach San Francisco, um dort einige Zeit zu leben. Ich begann oft über diesen Mann nachzudenken. Ich wollte hingehen und ihm dienen, mich ihm vollständig hingeben. Ich wollte einfach mit ihm sein, er war so wunderschön. Aber ich konnte ihn nicht finden. Nichts brachte mich zurück zu ihm. Zwei oder drei Mal ging ich zurück nach Rishikesh, fragte immer noch nach ihm. Die Leute sagten, "Komm und besuche unseren Guru." Ich sagte, "Nein, nein. Das ist mein Guru. Ich denke, habe meinen Guru gefunden." Ich suchte. Ich sah alle Arten von Gurujis, auch in Südindien, und die Leute redeten über einen Mann in Lucknow, Poonjaji. Ich sagte, "Nein, nein. Ich will diesen wunderschönen Mann finden." Eines Tages, im Januar 1994, ging ich eine Freundin in Westbengalen besuchen. Ich hatte sie in Rishikesh getroffen und war verliebt in sie. Sie hatte Rishikesh verlassen, weil sie in Westbengalen noch eine Arbeit zu tun hatte. Sie schrieb mir, daß ich kommen sollte und sie besuchen, was, wie ich dachte, eine gute Sache wäre. Als ich dort ankam, hatte sie entschieden, daß es aus war. Ich war wirklich verstört, wirklich unglücklich. Also ging ich 24 Stunden später wieder. Ich wollte einfach nur zurück nach Rishikesh. Ich konnte nicht richtig denken. Ich war so verletzt und enttäuscht. Ich ging zur Bahnstation an der Hauptlinie von Howrah nach Delhi. Ich ging zum Stationsvorsteher, der fragte, "Wo würden sie gerne hingehen, mein Herr?" Ich sagte, "Ich will einfach den nächsten Zug nach Westen." Er sagte, "Sicherlich wissen Sie doch, wo Sie hingehen möchten." Ich antwortete, "Nein, nein, stecken sie mich einfach in den nächsten Zug. Ich will gehen. Ich will einfach raus hier." Er sagte, "Bald wird hier ein Zug eintreffen, ich kann ihnen keine Reservierung geben." Ich antwortete, "Das ist mir egal, stecken sie mich einfach in den Zug. Geben sie mir ein Ticket, bitte. Ich werde diesen Zug nehmen." Er antwortete, "Wollen sie nicht wissen, wohin er fährt?". Ich sagte, "Okay, sagen sie es mir." Er sagte, "Der Zug fährt nach Lucknow." Also sagte ich, "Okay. Ich nehme ihn. Ich werde nach Lucknow fahren." Ich dachte, "Okay, Lucknow hört sich gut an. Ich werde dort hin gehen und diesen Mann sehen, über den alle Leute reden, der jetzt so populär ist." Ich kam in Lucknow an. Der Zug hatte Verspätung. Lange Zeit vorher hatte mir jemand eine Adresse gegeben. Ich mußte zu Indira Nagar und zum Satsang Haus gehen, was ich auch ohne Schwierigkeiten fand. Ich kam an und ging nach innen, und alles war sehr schön. Ich mochte es sofort sehr. Einige Leute spielten sehr schön japanische Flöte und ein anderes japanisches Saiteninstrument. Alles war sehr friedlich. Ich saß dort und erwartete nichts. Ich war einfach glücklich, dort zu sein. Ich fühlte mich erleichtert. Es war so gut, mit diesen schönen Menschen zusammen zu sein. Plötzlich stand jeder auf. Die Musik hörte auf. Jeder drehte sich herum und fing an seine Hände zu einem Namaste zusammen zu legen. Ich schaute und konnte es nicht glauben. Herein kam dieser Mann, denn ich so sehr vermisst hatte. Es war der Mann, der auf dem Bett in Haridwar gesessen hatte. Ich konnte es nicht glauben. Ich konnte nicht denken. Alles veränderte sich. Plötzlich war da diese unglaubliche Empfindung in meinem Körper. Jede Zelle, jedes Atom in meinem Körper ging nach außen. Etwas veränderte sich. Es ist sehr schwer, dieses Gefühl zu beschreiben, und es war so kraftvoll. Dieser Mann, Papaji, lief direkt auf mich zu, und ich war ziemlich neben mir selbst. Ich kann diesen Zustand nicht beschreiben. Ich schaue ihn an. Ich schaue in seine Augen, und er schaut auf ein paar Leute; dann bringt er seine Augen zu mir und schaut tief in meine Augen. Ich war vollständig weg. Es war vollkommene Hingabe, ohne dass ich irgendetwas getan hätte. Da war kein Gedanke, keine Entscheidung zur Hingabe. Es war völlig automatisch. Leute stellten ihm Fragen, und als er ihnen antwortete, war es, als würde er direkt zu mir sprechen. Alles war für mich. Ich konnte nicht darüber nachdenken, ihm eine Frage zu stellen. Ich tat überhaupt nichts. Ich dachte nicht einmal daran, etwas zu tun. Die Dinge geschahen einfach. |
|
|
Auszug aus Eoin's GeschichteE. I then went back to Australia, got back into my work and practice. I returned to India last year, which was the end of '91, and came to Lucknow. I just came out of curiosity, felt the pull to come, nothing specific. And when I came I was very fortunate to meet Poonjaji and actually spend personal time with him, working on his body, trying to help some physical symptoms that he has. In our dialogues I was impressed with his humanness and his clear, clear perception of the Truth. I wrote a note "I've had a little bit of enlightenment, but its not enough." Poonjaji read it out, and he knew me and he said, "This is from Eoin." Normally he would call people up to the front. He just looked at me. I was sitting a bit of a way back, and he said, A little bit is enough. That's all he said. Then he went on to the next person. What he said had a profound effect on me. I was in a very strong and quiet space with Poonja and it was as if the vibration from Poonja was entering my body. After that I felt very touched and moved and very privileged to be here, but I didn't feel the pull to stay. I went to Bodhgaya to do the retreat with Christopher. About three days into the retreat I was sitting in meditation and this huge force came over me. Premananda Just after you had been with Poonjaji? E. It was four or five days
after leaving Poonja that I had this experience. Having had many meditative
experiences, I can differentiate some difference in this experience. It
was as if the Self came to visit. Some deep change was happening. My thinking
mind could still think, but what was happening was beyond my thinking
mind, way beyond. It was as if my body was in me. This went on for forty-five
minutes and then at the end of it, a voice from within, which I had heard
a few times in my life, said, This will happen three times and then
you will be enlightened. Part of me was thinking, "Oh, quick, I want the other two times to happen." And part of me was saying, "This is fantasy, this can't be true." Yet, inside myself I knew it to be true. I knew before I even came to India that this time would be the time. It's like I prepared my whole life for this time. Papaji is fundamentally a big catalyst for this. During a break in meditation I told my wife of what was happening. JD. Is this a wife you had for some time? You didn't mention her before. E. Oh, I got married a year and a half ago. Kerstin, my wife, she's been very important in my life. JD. A wife is quite interesting. E. Yes, she is. I told my wife who was also on the retreat what had happened, and that I really needed to sit the extra ten days just to see. A couple of days into the next retreat, sure enough it happened again, very strongly, this time even stronger. Very definite. I was wondering, "Wow, what's going on here?" I was coming out of the bathroom and I saw the teachers talking, having lunch, and I was a little annoyed that they were making so much noise on a silent retreat, and then I said, Ah, it doesn't matter. When I said that, again, like the experience a long time ago, reality fell apart. It was like a big hole in reality. I stood in awe of it. JD. How long did that hole last? E. A momentary thing, I don't know, one or two moments, but very strong, it touched my being to the deepest I'd been touched, and I have been touched a lot. Then in a small group, everybody
was laughing about the nature of reality and making a big joke about how
it's all empty. I said, I don't think it's so empty. I don't understand
what's going on. I don't see how you can laugh at it. We dialogued a little bit. He told me I was on the edge of something. He said, You have very little lunch. This was just before lunch. I had never heard him give people specific instructions before. I was taken aback. I got my meal and put some food in my mouth, just choked up, spat it out, and started crying, and things started happening with my body. I put my meal down and went to lock myself in a room. My whole body was shaking. I was crying, and waves of energy were going through me. This experience was incredibly traumatic. It went on for at least an hour or two. I came out of the experience and said, Something is really going on here; I don't know what's happening. I still hadn't told Christopher of the dream-vision. The next day we went to the Bodhi tree where the Buddha became enlightened, where there is an ancestor of the original Bodhi tree. I was sitting under the Bodhi tree just contemplating, wondering what's going on. I looked up to the Bodhi tree and said, Lord Buddha, if this is true, send me a Bodhi leaf. I really felt on the edge. I felt like reality was shifting, and I wasn't sure what was happening. I looked up. I don't know why I said that. It wasn't the time of year that leaves fall, and it was highly unlikely that what I asked would happen. Anyway, a few moments later, an old Tibetan guy came into my vision and wandered over near me. I offered him a seat next to me and he sat down. I gave him a little candle, because I had a spare. He went and made an offering. He was an old guy. We never said a word through this whole time. He came back and sat. We were looking up at the tree, looking at the leaves, and then he got up and wandered away again and talked with a guard who was wandering around with a big bamboo stick. I don't know what they said, but all of a sudden, the guard turned around and knocked a bunch of leaves off the tree. The Tibetan guy grabbed a small branch and ran off behind some stupas, obviously plucking the leaves off. I glanced back once but I really didn't want to pre-empt this situation. I just sat there observing. Then the old guy wandered back in front of me, reached in his pocket and gave me one leaf. I was blown out, and I said, My outer world and my inner world are both saying the same thing, what's happened? I went back to the course and meditated. Things were moving in my body again. I talked to Christopher and he was quite pleased, quite happy with what was happening. We talked and dialogued about it, and the third experience came shortly after that. Things were happening even while I was walking. My body was shaking, and everything was sort of settling; it was quite dynamic. JD. Your body could function; I mean, you could walk and talk? E. Yes, but I would fall into these quiet spaces where reality just looked so amazing, things looked so beautiful. After that I actually got a slight attack of malaria and was sick, but it didn't bother me. My body was a little weak, but the vision I was seeing was so wonderful. I particularly remember one scene in Calcutta where I came out of the hotel and sat down in a chair. I was looking at the street and it looked like perfection, just utter perfection........ |
|
|
Auszug aus Johan's GeschichteJohan: In Argentinien begann ich zu fühlen, dass etwas fehlte in meinem Leben. Ich hatte eine sehr interessante Arbeit, sie gab mir viel Freiheit. Sie gab mir die Möglichkeit zu reisen und Menschen zu treffen. Finanziell brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. Ich lebte ein sehr komfortables Leben. Dennoch fehlte mir etwas, von dem ich nicht wusste, wie ich es finden kann. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich überhaupt danach suchte. Ich spürte, dass etwas Wichtiges in meinem Leben fehlte. Ich wusste, dass es etwas Spirituelles war. Dann zog ich nach Brüssel um, und ich ging nach Holland, um meine Mutter zu besuchen. Ich erinnere mich, dass ich sie einmal fragte, welches Buch sie gerade lese. Sie sagte "Der Senfsamen" von Rajneesh. Ich fragte sie, ob ich es ausleihen könne, wenn sie fertig ist. Von Rajneesh hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Premananda: Ich glaube, in "Der Senfsamen" spricht er von Jesus. War deine Mutter Christin? Johan: Christlicher Hintergrund. Meine Mutter dachte sehr frei. Sie las Krishnamurti, Sufi-Bücher, hinduistische Bücher, ohne es wirklich selbst zu leben. Sie ging nicht über die Ebene des Lesens hinaus. Sie las Rajneesh. Ich fühlte, dass ich mehr darüber wissen wollte, und so kaufte ich das Buch, als ich nach Brüssel zurück kehrte. Premananda: Das war vor ungefähr zehn Jahren? Johan: Das war vor 13 Jahren, 1980. In diesem Buch fand ich die Adresse vom Rajneesh-Zentrum in Amsterdam, und ich rief dort an, um zu fragen, ob es auch ein Zentrum in Brüssel gäbe. Es gab eines, und ich bekam die Adresse. Ich erinnere mich daran, wie ich das erste mal zu dem Haus ging. Ich musste einige Stufen hinauf gehen. Ich hatte das Gefühl, dass etwas Wichtiges geschehen wird. Als ich oben ankam, waren da all diese Leute in orangefarbenen Gewändern. Sie wollten gerade mit dieser Meditation beginnen, wo man sich schüttelt. Premananda: Die Kundalini. Johan: Ja. Ich schloss mich ihnen an, zog mich um und bekam das orangene Gewand. Und sie erwarteten von mir, an der Kundalini-Meditation teil zu nehmen, die völlig anders war als meine Vorstellung von Meditation. Ich erinnere mich, dass ich fasziniert war von all dem Schütteln und Tanzen. Premananda: Was war denn deine Vorstellung von Meditation? Johan: Naja, einfach zu sitzen, so wie es die Mönche tun, die still in wunderschöner, ruhiger Umgebung sitzen. Das hier war so völlig anders. [...] Johan: Ich rief meine Mutter an und sagte: "Rate mal, wohin ich in Urlaub fahre? Ich gehe nach Puna." Sie dachte, es sei ein Witz. Und sie war natürlich sehr neugiereig, wie meine Erfahrungen sein würden. Ich ging für drei Wochen nach Puna und nahm an einer Meditations-Gruppe teil. Ich weiss nicht mal, wie man das nannte. Ich musste mich drei Tage lang auf meinen Bauch legen, und ich war voller Friede. Nach drei Wochen in Puna war es sehr schwer für mich nach Brüssel zurück zu kehren. Ich erinnere mich an den ersten Tag nach meiner Rückkehr. Ich saß in meinem Büro. Ich hatte eine Entscheidung zu treffen. Entweder mit meinem bisherigen Leben weiter zu machen, welches völlig auf meine Karriere ausgerichtet, mit so viel Arbeit, so viel Verantwortung; oder nach Puna zurück zu gehen und heraus zu finden, was an der ganzen Sache dran war. Ich fällte die Entscheidung innerhalb von fünf Minuten - es war Zeit für mich nach Puna zu gehen. Ich ging zu meinem Chef und sagte ihm, was passiert war, und dass ich zurück wollte. Er war sehr überrascht. Er dachte, sie hätten mich hypnotisiert. Ich war so wertvoll für die Gesellschaft. Er bot mir an, für einen Monat zu gehen, maximal zwei. Aber ich wollte als freier Mann gehen und entscheiden, was passieren soll. Also gab ich meinen Job auf. Ich musste drei Monate warten, und dann ging ich so schnell wie möglich nach Puna. Premananda: Wenn ich dich kurz unterbrechen darf: Aus der Art und Weise, wie du beschreibst, dass du deinen Job aufgegeben hast, war es wohl mehr als irgend eine Arbeit. Sie war zu deinem Leben geworden. Du hast für das Unternehmen so um die 20 Jahre gearbeitet. Johan: Ungefähr 16 bis 17 Jahre. Ja, es ist wirklich komisch. Mein Job war wichtig; Ich genoss ihn bis zur letzten Minute. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, eine so grosse Karriere starten zu wollen. Es war von ganz allein gekommen. Ich gab all meine Energie während des Tages, aber am Abend, wenn ich aus dem Büro herausging, dachte ich nicht mehr daran. Ich zielte nicht wirklich auf eine Karriere ab, es passierte von selbst. Ich bin immer wieder davon überrascht, dass ich all diese Positionen bekam, ohne mich wirklich anzustrengen. Ich erinnere mich, als ich den Direktor anrief, um zu kündigen: Ich fühlte mich so glücklich, dass ich in meinem Büro anfing zu tanzen. Es muss ein seltsamer Anblick gewesen sein. Premananda: Du hast wirkliche Freiheit gefühlt. Johan: Ja, ein riesiges Gefühl von Freiheit. Und zugleich spürte ich etwas, das ich wohl schon immer wollte. Die Entscheidung fiel mir nicht so schwer; darum konnte ich sie innerhalb von fünf Minuten treffen. Ich musste keine Familie in Betracht ziehen, und das Geld war auch kein Problem. Ich merkte: "Dies ist etwas so Wichtiges, dass ich es für mich selbst heraus finden muss." Deshalb ging ich nach Puna. Nach ein paar Wochen wurde ich Sanyassin. Bhagwan Rajneesh gab mir den Namen Dhyan Pakashuta, was "absolute Reinheit" bedeutet. [...] Premananda: Um diesen Alexander Smith zu besuchen? Johan: Ja. Nach dem ersten Jahr, als ich Osho in Bombay und Puna wieder sah, begann ich Alexander Smith zu besuchen. Alexander Smith ist ein Schüler von Nisargadatta. Nach einer sehr kurzen Zeit, in der er bei Nisargadatta war, erwachte er. Er gab Satsang, aber er nannte es nie Satsang, sondern Treffen. Er sprach von den essentiellen Dingen. Nichts anderes als nur "Das", sehr im Sinne des Buches "Ich bin Das". Premananda: Was sind für dich die essentiellen Dinge? Johan: Nun, er versuchte auf jede mögliche Weise zu erklären, "wer du bist". Ich muss gestehen, dass ich im ersten Jahr nicht verstand, wovon er sprach. Dennoch spürte ich, dass ich zu ihm kommen musste. Was mich am meisten überraschte, war, dass ich nach den immerhin 5 Jahren mit Osho niemals wirklich kapiert hatte, worum es letztendlich ging. Und glaube mir, das hatte nichts mit Osho zu tun. Erst nach einem Jahr mit Alexander dämmerte es mir. Im übertragenen Sinn zog er mich an den Haaren, indem er mich dazu brachte, Fragen zu stellen. Dann dämmerte es mir endlich - was du wirklich bist. Ich ging ein weiteres mal zu Osho nach Puna. Und als er darüber sprach, eine Multiversity im Koregoan Park zu gründen, fragte ich mich "Warum bleibst du nicht an deinem Thema?". Ich ging ein wenig enttäuscht wieder weg. [...] Premananda: Was hast du während der ersten Satsangs vor drei Wochen gefühlt? Johan: Ich war einfach froh, dort zu sein. Je länger ich blieb, desto mehr spürte ich das Gemeinschaftsgefühl der Sat-Sangha. Ich wollte zu ihm hoch. Natürlich kommt das in deinen Sinn, je näher du an den Zeitpunkt kommst, zu gehen. Aber ich hatte keine Fragen zu stellen. Dann stellte ich diese Frage, die auf dem basierte, was ich zu der Zeit in einem Buch las. Die Frage bezog sich auf die Möglichkeit, das Selbst innerhalb eines Sekundenbruchteils zu erkennen. Ich versuchte die ganze Zeit "Diesem" nahe zu kommen. Nachdem diese Frage die ganze Zeit auftauchte, fühlte ich, dass es genau das war, was es so schwer machte "Es" zu realisieren. Ich hatte in der Tat Zweifel. Ich stellte Papaji diese Frage, und auf ganz erstaunliche Weise führte er mich direkt und doch schrittweise dazu, zu sehen, dass diese Frage nichts anderes als ein Zweifel war. Nur dieser Gedanke eines "Ich" kam auf, und er brachte mich dazu zu sehen, wo es war, und plötzlich war Ich nirgends. Er sagte nur "Das ist es.". Wenn er es nicht gesagt hätte, hätte ich es verpasst, denn es ist so einfach und so nah. Erstaunlich. Ich bin noch immer benommen. Nur ein Meister kann das tun. (Lange intensive Stille) Premananda: Kannst du irgend welche Worte finden, die diese Erfahrung beschreiben? Johan: Ich fühle mich voll Frieden. Du weisst, dass es Das ist. Es ist sehr kostbar. Ich muss damit sehr vorsichtig sein. Seit diesem Ereignis kamen sehr viele Leute zu mir und wollten darüber etwas wissen. Ich sollte nicht zu viel darüber sprechen. Du kannst es nicht verlieren, aber du kannst den Kontakt dazu verlieren. Das war das Geschenk von Papaji. |
|
|
Amazing Grace - Wundervolle Gnade
|
Webseiten-Auszug Suresha: Es ist erstaunlich. Es ist ein Geschenk auf so vielfältige Weise. Wie schaut das tägliche Leben des Meisters wirklich aus? Man hat so ein übermenschliches Bild davon, wie ein Meister ist, und der Meister öffnet einfach seine Tür, "Mein Haus ist dein Haus, mein Körper ist dein Körper, mein Selbst ist dein Selbst". Ich habe niemals jemanden gesehen, der sein Leben öffnet, so wie er es macht. Ihn einfach beobachten, wie er spazieren geht in seinem Shirt, seinem Lunghi (umgewickeltes Tuch), Pan kauend (Gewürze mit einem Blatt umwickelt), wie er Fernsehen schaut und die Zeitung liest ist erstaunlich; und Dinge mit ihm zu unternehmen wie Einkaufen oder Spazieren. Premananda: Wenn du erstaunlich sagst, meinst du, dass jeder gewöhnliche Moment intensiver ist; dass es eine feinere Qualtät hat, egal ob er gerade einfach die Zeitung liest oder Pan kaut? Suresha: Also, dass er überhaupt Zeitung liest! Ein Meister wird so verehrt, "Verschwindet er nach dem Satsang und schwebt irgendwo im Äther? Was passiert?" - dass er einfache Kleidung trägt und fernsieht, für mich ist das unglaublich, dass er gewöhnliche Dinge tut. Es ist fast wie, "Was tut Gott in seiner Freizeit? Er liest die Zeitung!" (Beide lachen) Da sind andere Dinge, so wie in jemanden verliebt zu sein. Wenn du jemanden liebst, dann hat alles eine gesteigerte Qualität. Ich weiß nicht, ob du jemals ein Kind gehabt hast, aber wenn du ein Kind hast, dann ist da dieses erstaunliche Band, so wie, "Oh, sie hat sich bewegt! Schau, wie ihr Mund aussieht! Sie hat geblinzelt!" Also, der Meister bewegt sein Gesicht, und er bekommt einen kleinen teuflischen Ausdruck , und du weißt, dass er bereit ist, etwas Schadenfrohes zu tun oder einen Witz erzählen wird - einfach diese kleinen Dinge über ihn zu kennen, die Art, wie er jemanden auf den Arm nimmt, oder eine Geschichte erzählt, oder wenn du nah bei ihm sitzt, murmelt er kleine Dinge mit seinem Atem. Es sind diese kleinen Dinge, die etwas über ihn enthüllen. Wenn eine Freundin und ich uns auf dem Weg nach Hause unterhielten und etwas geschah, dann wusste er schon alles darüber, als wir in seinem Haus ankamen. Auch die Art wie er mit den Leuten arbeitet, die Art wie er mit Dingen umgeht, wenn ein Streitgespräch aufkommt - er sieht alles! Jemand hat einen Kampf im Hinterzimmer. Er wartet, er geht nicht hinein und versucht den Kampf zu stoppen, aber du weißt, dass er es weiß, egal wo er im Haus ist. Vielleicht einen Tag, drei Tage, oder sogar eine Woche später, etwas geschieht im Leben, aus dem er dann eine Lehre zu diesem besonderen Vorfall bringt, zu jedem der Beteiligten. Vielleicht sagt er etwas zu einer Person, vielleicht zu beiden Personen zur gleichen Zeit. Eines der schönsten Dinge die er tut, was mich berührt, ist, dass er zu beiden Personen im Raum zusammen sprechen kann. Er wird über den Vorfall sprechen, so dass jede der Personen eine Lektion daraus erhalten wird, um mehr zur Wahrheit zu gelangen. Er spricht über den Vorfall in einer Weise, die beide Wesen respektiert. Er spricht nicht darüber in Unterscheidungen von richtig oder falsch. Da sind so viele kleine kostbare Dinge wie dieses. Den ganzen Tag mit ihm zu verbringen und ihn zu sehen, wie er mit Leuten zusammen ist, oder ihn selbst einfach als eigenes Wesen beobachten. Seine Art sich zu bewegen, zu sehen, während er entscheidet, wann er sich bewegt, wohin er sich bewegt, oder ob er sich überhaupt bewegt. Ihn einfach sich bewegen zu sehen! Da ist eine Magie und ein Mysterium in allem, auch wenn du niemals verstehst, was eigentlich vor sich geht. (Lachen) Und er ist so fürsorglich. Er sorgt sich um all die kleinen Dinge bei den Leuten. Er sorgt sich wenn ein kleines Kind einen Käfer im seinem Auge hat - einfach die Art wie er den Käfer rausnimmt. Die Art wie er den Leuten hilft, sich eingeladen und willkommen zu fühlen und ihnen hilft einen Platz zum Wohnen zu finden, wenn sie in Lucknow ankommen. Premananda: Hat sich etwas geändert in dir während dieser Zeit im Haus? Suresha: Alles ändert sich. Du kannst an überhaupt nichts mehr festhalten, wenn du mit jemandem zusammen bist, der Emotionen so auslöst wie ein Lauffeuer, und wo alles immer in Frage gestellt ist. Nicht wenn deine Priorität Freiheit ist. Es ist egal was es ist - alle meine Konzepte über Freiheit, meinen Körper, über irgendwas das ich denke, das ich brauche oder das ich denke, dass ich das bin oder, sogar was ich über Liebe und Mitgefühl denke, alles wird jederzeit in Frage gestellt und ändert sich in der Gegenwart des Meisters. Premananda:Das alles öffnete sich einfach dadurch, dass du im Haus warst? Einfach durch Wäsche machen und Fußboden putzen, einfach dadurch, im Haus zu sein und in der Gegenwart des Meisters? Suresha: Die meiste Zeit schickte er mich nach hinten, und die Jungs kamen, um vorne bei ihm zu sitzen, während er saß und Briefe las. Die Frauen mussten nach hinten gehen und sauber machen. Ich denke, "Das ist nicht fair, aber okay, kein Problem!" Es macht nichts, weil er alles weiß und es macht nichts, wo im Haus ich bin, ob ich ganz vorne mit ihm bin oder im Hintergrund. Es ist einfach perfekt. Es ist absolut erstaunlich wie seine Gegenwart offenbart. Er sagt ein Wort oder macht einen Ausdruck; er weiß einfach so gut über dich Bescheid, er kennt jeden so gut. Er schaut mich einfach einmal an und dann fängt er an Dinge zu sagen. Und es macht nichts aus, wenn das was er sagt, anscheinend nichts mit dem was wirklich passiert zu tun hat, ich bin dann einfach damit. Premananda: Leute haben die Vorstellung, dass um einen spirituellen Meister herum alles liebevoll, still, friedlich, glückselig und harmonisch ist. Gehe ich recht in der Annahme, dass das Gegenteil der Fall sein kann und dass eine Menge starker Emotionen hochkommen, und Chaos darüber und über die Situation im Haus; viel Unerwartetes und Spontanität in dem was geschieht? Und auf eine Art genießt der Meister das alles? Suresha: Er genießt es nicht nur, er setzt es sogar in Gang. Er kennt alle besser als sie sich selbst kennen. Also er kann jemanden in Bewegung bringen, eine Entscheidung die seine Tendenzen beinflusst. Wenn sie hochkommen sollen, dann werden sie hochkommen! Und sie werden ausgespielt in allen möglichen rohen, unvorhersagbaren Arten. Premananda: Glaubst du, dass viele Leute aus diesem Grunde ausgewählt wurden? (Beide lachen). Suresha: Es ist einfach so, dass wir alle diese Tendenzen haben und sie kommen in jedem auf ihre eigene Art und Weise hoch. Es hängt von der Zeit ab. Der Meister ist ein wahrer Meister, in einer Weise, dass du sagen kannst, das ist ein wahrer Meister und das ist nur ein Lehrer. Ein wahrer Meister weiß ganz genau und perfekt nicht nur was in jedem vor sich geht, er weiß auch wie er damit wunderschön umgehen muß. So wunderschön, dass es um ihn herum so ist, als würde gar nichts getan. |