Irgendwo Poesie

Diese Gedichte sind von Premananda (premananda) geschrieben,
während er in Puna als Teil von Osho's Sangha lebte,
in den Jahren 1976-1992

Regentropfen

heute Morgen
als der Regen
aufhört


kommt die Sonne
heraus

 

winzige
Glitzersterne



hängen in
den Bäumen
Laxmi Villas 6. Okt. 87

Vögel

es ist Tagesanbruch
die Vögel singen
überschwänglich begrüßen sie
das Erwachen eines neuen Tages

ihnen liegt nicht
Erinnerung an gestern
noch
Erwartung an morgen

 

ihre
kleinen Wesen
sind nur darauf ausgerichtet
jetzt zu feiern
Laxmi Villas 17. Aug. 87

Stimmungen

winzige grüne Schmetterlingsknospen
erscheinen langsam
auf dem ausgetrockneten Busch
draußen
vor dem Küchenfenster
jeden Morgen einige mehr
verstehend
Zeitenlauf
und Dasein
fortsetzend
ihren nie endenden Kreis
bald gibt der Winter
den Weg frei dem Frühling
meine
Stimmung ändert sich auch
London 16. März 87

Kurzer Spaziergang

Frösche
hüpfen im Quellteich
Bäume beugen sich
der Kraft des Windes
Rauch hängt wie Watte
im Talgrund
Hitze vom steinigen Pflaster
sickert in meine Seele
blasses Licht taucht
die weite Landschaft
in Schönheit

 
 

Rote Blumen klammern sich
an Stengel getrocknet in der Sonne
Büffelgebrüll schallt
durchs Tal
Schatten tanzen
über schmelzenden Asphalt
Panchgani 5. Apr. 81

Harambol

I
Ein winziges freundliches Fischerdorf
zwischen den Palmen
zwei goldene reine Sandstrände

der erste ruhig und öffentlich
übersät mit Fischerbooten
der andere umschlossen
von einem Süßwassersee
und starken felsigen Wellen

 

zwischen den beiden
ein göttlicher Pfad
verbindet die Tummelplätze
ein felsiges Vorgebirge
steiles Hügelland von
wilden Palmen

jenseits ein Dschungel
führt zu
einem stillen Feigenbaum
Goa 16. Mai 87

Harambol

II
Hier in Goa
ein Paradies
in stofflicher Form

ein Ort
um in der Natur zu sein
schmelzend und allein

 

in Einssein
und
Wonningkeit

Dank dir
du hast mich gebracht
zu solch einem Ort
in mir selbst
Goa 16. Mai 87

Sonnenaufgang

Unerwartet der Klang von
singenden Vögeln beim Sonnenaufgang
durchdringt mein Sein

Gewahrsein
einer feinen Kraft
die frühe Morgensonne
Farnkraut öffnet sich empfindsam
der Sonne entgegen

 

Vögel flüchten aus den Zweigen
schwingen sich auf ins Blaue

Blütenblätter
verlieren ihren Halt
offenbaren bewegte Farben

die ganze Natur streckt sich
aus
zur kosmischen Weite
Puna 13. Nov. 80

zurück zur Startseite "Texte"